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Swafing Stoffe

Monatsarchive: Oktober 2015

Interviewserie: Geschickt eingefädelt-Kandidat Frank Brügers

Es ist Wochenende und der Beginn des großen Vox-Nähwettbewerbs "Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten?"  ist zum Greifen nahe! Am nächsten Dienstag, dem 3. November wird um 20:15 Uhr die allererste der sechs Folgen ausgestrahlt. Nach den Interviews mit den Jurymitgliedern  Guido Maria Kretschmer, Anke Müller und Inge Szoltysik-Sparrer  lernt ihr im Swafing Blog die acht Kandidaten besser kennen. Wer sind sie, welche Vorlieben haben sie und was nähen sie am liebsten?

Heute lest ihr in Teil 6 der Interviewserie, wie Frank erst zum Burgbewohner und dann zum Fan der Tudor-Zeit wurde, wie er durch die Frau seines obersten Chefs auf die englische Sewing Bee aufmerksam wurde und was sein denkwürdigstes Erlebnis während der Dreharbeiten war.

 

Oben: Katja Schirmer, Florian Lange, Ines Maier und Tobias Milse.
Unten: Ella Steinmann, Frank Brügers, Céline Voigt und Meike Rensch-Bergner.

 

Geschickt eingefädelt-Kandidat Frank Brügers

Frank Brügers ist 41 Jahre alt und arbeitet als  Gruppenmanager bei einer Unternehmensberatung. Er lebte lange Zeit in Namibia, wo er vor über 30 Jahren mit dem Nähen begann und seine Mutter einen Stoffladen besaß. Der charmante Single liebt das Tanzen und hat ein Faible für alte Motorräder. Außerdem ist er immer in Bewegung und  arbeitete in der Vergangenheit bereits als Hotelchef und als Imker.

 

Kandidat Frank Brügers

 

In anticipation of  Vox network's "Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten" (the German version of the U.K.'s "Sewing Bee"), here on our blog we will introduce the panel of judges and the contestants, so that for the November 3rd premier you will already be in the know! Tune in Tuesday evenings at 7:15 GMT and watch 8 contestants sew their way through the different challenges given by the panel of celebrity judges. We have a little bit of information on the eight creative contestants. We, too, are on pins and needles and can't wait to see who comes out ahead! For our English-language readers, we have here a condensed translation.  Perhaps you have a way to tune in, as well!   Information about the contestants • Information about the panel of judges

 

Interview mit Frank Brügers


Wie hast Du von dem Casting erfahren und warum hast Du Dich beworben?

Ich arbeite für eine Unternehmensberatung und dort gibt es ab und zu ein sogenanntes Captain' s Dinner, zu dem die obersten Unternehmenschefs kommen, um sich mit den Mitarbeitern auszutauschen. Dabei geht es weniger um die Arbeit, das ist sehr nett. Bei dieser Gelegenheit habe ich mit unserem obersten Chef gesprochen, den ich sehr mag. Es ging bei dem Gespräch um Hobbies und als ich sagte, dass ich nähe, war erstmal der gesamte Raum still, weil sowas in meinem Beruf einfach GAR KEINER tut. Sowas abgefahrenes und dann auch noch ein Mann – das gibt’s sonst nicht.

Er fand das total spannend und sagte, seine Frau schaue immer „The Great British Sewing Bee“ an, das wäre doch auch mal etwas für mich, nach England zu gehen und dort teilzunehmen.

Als ich bei Facebook dann den Castingaufruf für den deutschen Nähwettbewerb sah, habe ich mich natürlich sofort beworben! Am nächsten Tag bekam ich den Anruf und dann nahm alles seinen Lauf.

Erst als ich dann wusste, dass ich bei den Kandidaten mit dabei bin, habe ich es auch meinen obersten Chef erzählt! Er und die gesamte Firma sind nun natürlich total interessiert an „Geschickt eingefädelt“ vor allem die Frau meines Chefs, mit der das alles anfing,  kann es gar nicht erwarten!

 

Zum Casting sollte man ein selbstgenähtes Teil mitbringen – welches war es bei Dir?

Ich nähe gerne sehr abgefahrene Sachen. Besonders interessiert mich Kleidung, die vor mehreren Jahrhunderten getragen wurde. Das Mittelalter war in der Hinsicht relativ langweilig, aber danach kam die Tudorzeit und die reichen Menschen haben wahnsinnig viel Geld, Zeit und Aufwand in die Kleidung gesteckt! Das ist mit nichts vergleichbar, was man heute so kaufen kann. Das sind einfach Meisterstücke! Diese Epochen interessieren mich sehr und das nähe ich gerne. Daher habe ich eines meiner ersten Stücke mitgebracht, an dem ich über eine längere Zeit genäht habe. Ein sehr komplex besticktes Tudor-Teil, das mit Stickereien mit insgesamt über einer halber Million Stichen verziert ist.

Das hat zwar die Stickmaschine gemacht und ich musste es nicht von Hand sticken, aber das war schon viel. Dieses Teil, das schaut man an und denkt einfach: Wow, ein Meisterstück! Das habe ich mit ins Casting genommen!

 

Wie hast Du Dich auf die Sendung vorbereitet?

Ich hatte sehr viel vor, aber am Ende des Tages zu wenig Zeit, das geht mir immer so. Ich wollte mir alle englischen Sendungen anschauen, aber nach einer Folge fehlte mir dann doch die Zeit. Andere Vorbereitungen gab es nicht.

Wie war es, erstmals vor Kameras und vor den Augen der Jury zu nähen und wie bist Du mit dem Zeitdruck zurechtgekommen?

Das war sehr stressig für mich. Eigentlich war es eine tolle Erfahrung. Normal arbeite ich sehr gut unter Stress. Für mich war es aber sehr überraschend, dass diese Art von Stress ganz anders war als der, den ich aus meinem Beruf kenne. Ich bin nicht nur sprichwörtlich ins Schwitzen gekommen, das geht mir sonst nie so! Man näht und auf einmal kommen ganz neue, tolle Ideen – manchmal hat man aber auch gar keine Idee oder es passieren kleine Fehler – das geht mir zuhause nicht so. Das ist bei gelernten Schneidern sicher anders, sie lernen ja, alles superordentlich zu machen und müssen auch relativ schnell und wirtschaftlich arbeiten. Mein Fokus liegt nicht auf der Geschwindigkeit, das war für mich neu.

 

Wie ließen sich die Dreharbeiten in Dein Leben (beruflich/privat) integrieren?

Das war schon schwierig! Mein Jahresurlaub ging dafür drauf, aber ich konnte meine Schwester oft sehen, die in Berlin lebt, das war sehr schön. Ich hatte bei meiner Arbeit ein neues Projekt als Projektleiter angefangen und genau zu den Dreharbeiten kam dieses in eine ganz heiße Phase! Also habe ich abends immer mal deswegen telefoniert und gearbeitet zusätzlich. Meine Projekte haben dadurch keinen Schaden genommen, sie laufen sehr erfolgreich. Auch wenn ich noch nicht so multitaskingfähig bin wie manche Frau, da hat es gut geklappt!

 

Wie war der Umgang mit den anderen Kandidaten? Gibt es einen, unter ihnen, der Dir besonders ans Herz gewachsen ist und wenn ja, wer und wieso?

Für mich war das überraschend, ich dachte, da gäbe es Rivalität. Es gab keine Kämpfe untereinander, obwohl wir sehr unterschiedliche Charaktere sind.

Durch die Liebe zum Nähen hatten wir eine wichtige Gemeinsamkeit. Wenn einer ein Problem oder eine Frage hatte, dann hat man sich schnell geholfen. Mein größter Feind bei den Dreharbeiten war ich selbst. Wenn ich einen Fehler gemacht habe, war egal, was die Jury gesagt hat, ich war mit mir selbst vorher ohnehin schon viel strenger, als es die Jury sein könnte.

Es gab einige, die mir näher waren. Ella und Celine sind mir sehr nahe, wir haben ähnliche Themen und Dinge, die uns interessieren, aber ich kann nicht eine Person besonders hervorheben.

Die gesamte Gruppe war ganz toll, das hat mich anfangs überrascht, wie gut wir uns verstehen.

 

 

Wie war der Umgang mit der Jury? Gibt es ein Jurymitglied, dass für Dich besonders wichtig war, wenn ja, wer und wieso?

Was Inge gesagt hat, war für mich sehr wertvoll! Sie schaut ja vor allem auf die Technik, da ist das Bewerten relativ leicht. Guido und Anke waren ja mehr für die Kreativität zuständig, und die ist etwas schwieriger zu bewerten.

V.l.: Kandidat Frank Brügers mit den Juroren Inge Szoltysik-Sparrer und Anke Müller.

 

Gab es ein lustigstes oder denkwürdiges Erlebnis vor oder hinter den Kulissen, wenn ja, welches?

Sehr denkwürdig war, dass mein Auto in Berlin geklaut wurde – das war gerade abbezahlt und viele meiner Sachen waren darin!

Witzig waren immer unsere Wortspiele rund um das Thema „Geschickt eingefädelt“, wenn man das schnell sagt, kommt jedes Mal etwas anderes heraus.

 

Wie hast Du Dich durch „Geschickt eingefädelt“ weiterentwickelt?

Ich habe sehr viel aus der Zeit mitgenommen. Das Juryfeedback war super, im Bereich Nähen mache ich jetzt vieles anders und habe derzeit einen etwas anderen Fokus. Ich probiere gerade etwas mehr „normale“ Kleider zu machen. Da bin ich selbst ein bisschen wie eine "menschliche Kamera": Ich habe alles in mich aufgesogen und habe so viel „Filmmaterial“ aufgenommen, davon werde ich noch lange zehren und habe viel auszuprobieren. Ich nähe jetzt schon besser und schneller als vorher.

 

Was sind Deine Pläne für die Zeit nach der Sendung?

Ich bin ein Mensch,  der immer sehr viel macht. Ich habe einige Hobbys, die ich verfolge und bei denen ich immer versuche, besser zu werden. Das werde ich auch weiter machen. Meine Pläne haben sich nicht groß verändert, ich bin ohnehin für alles offen, Veränderung ist normal für mich!

 

Gäbe es eine zweite Staffel, was würdest Du den neuen Kandidaten raten? (Außer vielleicht mit dem Zug nach Berlin zu fahren statt mit dem Auto, um auf Nummer sicher zu gehen?)

(lacht) Ich würde ihnen raten, die erste Staffel von „Geschickt eingefädelt“ anzusehen und versuchen, diese Aufgaben in der dort vorgegebenen Zeit zu nähen. Viele können die Aufgaben vielleicht locker nähen, aber es fehlt dann an der letzten halben Stunde Zeit. Das könnte man sicher gut üben.

 

Versucht, die Aufgaben in der vorgegebenen Zeit zu nähen!

 

Und was wäre Dein Rat an Menschen, die durch die Sendung „infiziert“ mit dem Nähen anfangen wollen?

Einfach Kleidungsstücke oder auch andere Dinge nähen, für den Hund oder die Katze, Gardinen oder etwas für Zuhause! Sucht Euch ein Thema, was ihr spannend findet und gebt einfach Gas!  Man sollte keine Angst haben, Nähen ist wie Fahrradfahren! Wenn man es einmal kann, merkt man, wie leicht es eigentlich ist!

Das Nähen selbst ist ganz leicht. Das Schneidern komplizierterer Dinge erfordert dann etwas mehr Erfahrung und ausgefeiltere Techniken. Fangt einfach an, findet Eure Leidenschaft und der Rest kommt von alleine!

Schon bevor meine Mutter ihren Stoffladen in Südafrika hatte, habe ich genäht, eher funktionale Sachen wie ein Rucksack für meinen Hund. Als Kind war ich immer draußen im Busch, so ist das in Afrika: Raus aus der Haustüre und schon ist man in der Savanne. Daher brauchte ich immer Sachen zum Wandern oder für meinen Hund und das habe ich immer selbst genäht!

Ich nähe ja auch heute nicht nur Kleidung, sondern das, was mir gerade einfällt oder ich gebrauchen kann. Vorhänge für ein Himmelbett, schön bestickt oder ich nähe auch Dinge, die ich für andere Hobbies gebrauchen kann… so würde ich daran herangehen.

 

Wo, wie, mit wem wirst Du die Ausstrahlung der Sendung anschauen?

Ich gehe samstags immer zu meiner Schneidermeisterin und nähe dort. Bei ihr habe ich mal einen Kurs gemacht und jetzt gehe ich immer noch gerne zu ihr. Wir werden dort mit ihr und vielen Freunden zusammen ein Public Viewing veranstalten.

 

Welche Stoffe verarbeitest Du am liebsten und was wäre der Stoff Deiner Träume? (ob Material, Muster, Farbe…, welchen Stoff würdest Du Dir wünschen?)

Ich arbeite gerne mit Baumwolle, mit Seide, mit allen Naturstoffen, lieber als mit synthetischen Materialien. Mit Leder habe ich auch schon gearbeitet und dachte, das wäre bestimmt superkomplex, fand es aber eher easy zu verarbeiten. Einen richtigen Traumstoff gibt es nicht.

Ich finde immer Stoffe superspannend, die verschiedene Naturmaterialien miteinander kombiniert sind. Eine normale Baumwollwebware hatte ich mal im Trachtenbereich, wo Stickereien aus Seide eingearbeitet waren, dieser Effekt war so schön, der Stoff ist aber dann auch sehr teuer. Aber so etwas finde ich immer sehr schön. Brokatstoffe finde ich toll, damit arbeite ich gerne. Überhaupt mag ich gerne gemusterte Stoffe.

 

Wie oft nähst Du?

Nach dem Dreh war es erstmal weniger, weil ich vieles andere nacharbeiten musste. Aber typischerweise nähe ich ca. 4 Stunden die Woche. In manchen Phasen betreibe ich das Schneidern sehr intensiv, momentan passiert etwas weniger, nachdem ich mich in den Monaten zuvor fast hauptsächlich mit Nähen beschäftigt habe, stehen erst mal andere Dinge an. Aber auf die vier Stunden komme ich doch meist.

 

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Opulente Stickereien und beste Materialien - Franks Epochenkleider sind wahre Meisterwerke!

 

Was nähst Du am liebsten und wie beschreibst Du Deinen Stil?

Mein Stil  - am meisten liebe ich die Tudorzeit, das viktorianische Zeitalter war dann wieder zu überladen. Tudor ist schick, aber auch noch modern und nicht zu komplex. Manche Stilelemente dieser Zeit fließen auch wieder in die heutige Mode mit ein.

Ich mag gerne alle Epochenkleider, nicht nur Tudor, auch Tracht, alles, was nicht normal im Alltag getragen wird.

 

Wie kamst Du zum Tudorstil?

Nach einer Trennung von meiner damaligen Freundin war ich alleine und dann ist mir immer extrem langweilig. Zu dem Zeitpunkt fragte mich ein Kumpel, ob wir nicht eine Männer-WG aufmachen wollten. Ich dachte mir, „Och, der Markus ist so schlampig, ob die Idee so gut ist?„ (lacht)

 

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Auf Burg Reichenstein wurde Frank zum Liebhaber von Epochenkleidung.
Abbildung:  Wikimedia Commons © MFSG

Nachdem wir einige Wohnungen besichtigt hatten, kam Markus mit einer ungewöhnlichen Wohnung an, die er mir zeigen wollte! Wir fuhren an den Rhein, nach Trechtingshausen bei Bingen und näherten uns der Burg Reichenstein. „Markus, das ist doch eine Burg!“ Markus kannte den Koch sehr gut und es ging um eine wunderschöne Wohnung in der Burg mit Rheinblick. Markus wusste gar nicht, dass ich so ein Faible für Burgen habe und ich war begeistert, aber das wäre doch bestimmt wahnsinnig teuer! Die Wohnung war unfassbar günstig und immer wenn etwas vom Abendessen im Burgrestaurant übrig war, könnten wir noch umsonst die besten Speisen essen! Da war ich sofort dabei und so wurde ich zum Burgbewohner, da hat man sich gefühlt wie ein König!

Für unserer Housewarming-Party haben wir dann eine Party im Stil des 13. Jahrhundert gefeiert. Da natürlich niemand unserer Freunde entsprechende Epochenkleidung hatte, habe ich angefangen, diese zu nähen! Da fing meine Zeit als Schneider an, vorher habe ich aber auch schon viel genäht.

 

Was ist Dein „Angstgegner“ beim Nähen und was war bisher Dein schlimmstes Näh-Missgeschick oder „TFT- Teil für die Tonne“?

Knopflöcher mag ich nicht, da bin ich immer froh, wenn ich sie nicht nähen muss. Ich weiß wie es geht und kann es auch aber das dauert immer ewig. Knopflöcher gehen mit modernen Nähmaschinen ja superschnell und ordentlich aber viel schöner sind sie mit der Hand. Für meinen einen Tudoranzug habe ich die Knopflöcher mit der Hand gearbeitet, das war ein ganzer Tag, den ich für die 9 Knopflöcher gebraucht habe.

In der Tonne ist schon viel gelandet. Ich habe mal ein Hemd aus Seide genäht – 500.000 Stiche Stickerei steckten darin und ich musste es drei Mal machen, erst die dritte Version war dann am Ende gut genug. Einmal lag es am wasserlöslichen Stickvlies, als ich das Teil danach zum Auswaschen in die Waschmaschine gegeben habe, löste sich das Hemd komplett auf. In diesem Hemd steckten über 30 Stunden, und das, wo ich nur ca. 4 Stunden in der Woche nähe. Das war dann die Arbeit mehrerer Wochen.

Oder ich habe mal einen Hochzeitsanzug genäht, beziehungsweise habe ich die Stickerei gemacht, und meine Schneidermeisterin den Anzug.  Wir arbeiteten bis spätnachts, es war eine Wahnsinnsarbeit, alles mit Seide, sehr komplex… und dann wurde ausversehen der Stecker der Stickmaschine gezogen und wir mussten dieses Teil noch mal neu beginnen, das war sehr ärgerlich.

 

Qipao

Abbildung: Cheongsam Kleider. 
Quelle: Wikipedia

Wenn Du ein Teil für einen Promi nähen dürftest, wer wäre es und was würdest Du ihr oder ihm nähen?
Ich würde mir eine Frau aussuchen, auf weiblichen Körpern sieht Mode oft noch schöner aus.

Gerne jemand mit einer sehr weiblichen Form, der ich gerne ein traditionelles chinesisches Cheongsam Kleid nähen würde.

Das steht schon lange an. Dazu braucht man eine sehr lange, dünne Person.

Ich habe mal eine asiatische Frau in einem solchen Tanzgewand gesehen, das sah wunderschön aus!

Dieses Einfache, Schlichte, das auch in anderen Epochen wieder herauskommt, das sieht sehr schön und zeitlos aus.

 

Wenn Du nicht nähst, was machst Du sonst? (Beruflich / andere Hobbies, Lieblingsbeschäftigungen…)

Ich tanze sehr gerne – abends oder am Wochenende -  Standard Latein und meine große Liebe gehört dem Tango Argentino. Als Sport mache ich gerne Paintball, draußen rumrennen, das mach mir Spaß. Es ist sehr technisch mit Funkgeräten und allem. Wir machen Woodland Paintball und spielen da richtige Rollenspiele und da spielt auch viel Taktik mit hinein.

Wo ich in zehn Jahren sein werde, weiß ich noch nicht. Ich mache meistens das, was mir Spaß macht. Meine Arbeit macht mir sehr viel Spaß. Ich arbeite in der Unternehmensberatung speziell an Chatsystemen oder eMailsystemen und baue die beim Kunden auf oder finde Cloudlösungen … Da ändert sich die Technologie so schnell, da bleibt man auf Zack und es wird nie langweilig.

Außerdem bin ich in einer Mainzer Kreativgruppe engagiert. In meinem Freundeskreis näht kaum jemand, ich bin da so ein kleiner Einzelgänger. Daher war das ja so schön mit den anderen Kandidaten.

 

Gibt es noch etwas, was Du gerne sagen möchtest oder ein Statement zur Sendung Geschickt eingefädelt oder zum Nähen / Kreativität allgemein?

Kreativität hat keine Grenzen, außer den Menschen selbst. Nur Angst hemmt die Kreativität. Denkt an Euch als Kind, das Angst hatte, vom Fahrrad zu fallen. Wenn man sich erstmal traut, sich darauf zu setzen und die ersten Tritte in die Pedale gemacht hat, dann klappt das auch.

Also habt keine Angst, startet einfach!

Kandidat Frank Brügers

 

Herzlichen Dank für das nette Interview!

 


guido_geschickteingefaedeltGuido Maria Kretschmer über Frank Brügers:

Ich habe auch viel von ihnen (den Kandidaten) gelernt!

Zum Beispiel,  Frank, der in der Sendung oft ins Schwitzen geraten ist war einer, der mir was beigebracht hat. Der hat immer so anarcho genäht und hat die Sachen ganz anders gemacht als wir das alle gelernt haben und ist trotzdem irgendwie ans Ziel gekommen und das ist auch irgendwie eine Kraft gewesen.


 

Links zu Frank Brügers:

Frank Brügers bei VOX.de

Artikel über Frank Brügers bei Inside Avanade

(englischsprachig)

Alle Beiträge zur Sendung:

 Geschickt eingefädelt - wer näht am besten? im Swafing Blog

 


 

GESCHICKT EINGEFÄDELT – WER NÄHT AM BESTEN?

AB DEM 3. NOVEMBER UM 20:15 UHR BEI VOX!

Das Logo zur Sendung "Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten?".


Alle Abbildungen (wenn nicht anders beschriftet): © VOX/ANDREAS FRIESE

Interviewserie: Geschickt eingefädelt-Kandidatin Ella Steinmann

Jetzt dauert es nicht mehr lange! Am nächsten Dienstag, dem 3. November wird um 20:15 Uhr die allererste von den sechs Folgen des großen Vox-Nähwettbewerbs "Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten?" gesendet. Nach den drei Interviews mit den Juroren Guido Maria Kretschmer, Anke Müller und Inge Szoltysik-Sparrer  lernt ihr in dieser Woche die acht Kandidaten besser kennen. Wir haben ihnen viele Fragen zu ihrer Person, ihren Vorlieben und natürlich zu der neuen Sendung gestellt.

Heute lest ihr im fünften Teil der Interviewserie, was Ellas Faktor-3-Zeitformel ist, wie man auf gekaufte Kleidung verzichten kann, was die 5 goldenen Mode-Regeln sind und welcher Fehler ihr nie wieder passieren wird! Und natürlich, was Ellas "innere Inge" zu ihr sagt und an wessen Kleiderschrank sie sich gerne mal bedienen würde!

Das heutige Interview ist ein besonderer Leckerbissen für alle, die sich für das Nähen von Damenmode interessieren und schon öfter frustriert vom Einkaufsbummel nach Hause kamen. Wer die Antworten von Geschickt eingefädelt-Kandidatin Ella Steinmann liest, bekommt garantiert so richtig Lust, sich eigene Kleider zu nähen!

 

Oben: Katja Schirmer, Florian Lange, Ines Maier und Tobias Milse.
Unten: Ella Steinmann, Frank Brügers, Céline Voigt und Meike Rensch-Bergner.

 

Geschickt eingefädelt-Kandidatin Ella Steinmann

Ella Steinmann redet lieber, als das sie schreibt, schreibt aber unter Ellamara.de einen sehr lesenswerten und bekannten Nähblog. Der bekennende "Nähnerd" und MeMadeMittwoch-Fan aus Herne ist 27 Jahre alt, verheiratet und Mutter einer dreijährigen Tochter. Die Studentin der Philosophie und Religionswissenschaft ist ein echter Bühnenmensch, tanzt und singt im Musical sowie im Theater und ist zudem sozial engagiert. Sie näht erst seit 2010, nachdem sie zum Geburtstag eine Nähmaschine bekommen hat. Mittlerweile erstellt sie nicht nur ihre Schnitte selbst, sondern hat auch fast kein gekauftes Kleidungsstück mehr im Kleiderschrank.

 

Kandidatin Ella Steinmann

 

In anticipation of  Vox network's "Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten" (the German version of the U.K.'s "Sewing Bee"), here on our blog we will introduce the panel of judges and the contestants, so that for the November 3rd premier you will already be in the know! Tune in Tuesday evenings at 7:15 GMT and watch 8 contestants sew their way through the different challenges given by the panel of celebrity judges. We have a little bit of information on the eight creative contestants. We, too, are on pins and needles and can't wait to see who comes out ahead!

For our English-language readers, we have here a condensed translation.  Perhaps you have a way to tune in, as well!  

Information about the contestants • Information about the panel of judges

 

Interview mit Ella Steinmann


 

Wie hast Du von dem Casting erfahren und warum hast Du Dich beworben?

Als ich von den Castings gehört habe, habe ich mich beworben. Man sollte ein paar Fotos mitschicken, die zeigen, was man so näht und etwas über mich. Dann kam die Einladung zum Casting, wo man auch das erste Mal auf Zeit nähen musste. Dort konnte man schon mal sehen, ob das zu einem passt oder selbst denkt, das ist ja gar nichts für mich.

Ich war vorher schon ein Fan des britischen Originals und wollte gerne bei einer deutschen Sewing Bee dabei sein.

Zum Casting sollte man ein selbstgenähtes Teil mitbringen – welches war es bei Dir?

Ich hatte mir das britische Original angeschaut, schon lange bevor ich von dem Casting wusste. Dort gab es eine Folge, in der es um Muster ging und wie man diese Muster so zuschneidet und verarbeitet, dass sie später exakt aufeinander passen.

Dieses Wissen habe ich dann angewandt und ein Kleid genäht aus einem Musterstoff, mit Kellerfalten, bei denen die Blumen aber vorne wieder aufeinander passten. Das war kurz vor dem Casting fertig geworden und ich war so stolz darauf, dass ich dieses Kleid beim Casting zeigen wollte. Das Kleid sieht man auch in meinem Blog Ellamara.de.

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Das Castingkleid von Ella Steinmann. Fotos: Ellamara.de

 

Außerdem habe ich einen grauen Blazer mitgebracht, der zwar noch nicht ganz fertig war, an dem ich aber so lange gearbeitet hatte, dass ich dachte, ach das passt gut zu mir, wenn es noch etwas unfertig ist, das nehme ich einfach mal mit!  So konnte ich neben meinen Stärken auch eine meiner Schwächen zeigen.

Der Castingblazer von Ella ist mittlerweile vollendet. Fotos: Ellamara.de

 

Wie hast Du Dich auf die Sendung vorbereitet?

Ich dachte es wäre gut, sich irgendwie vorzubereiten und hatte mir schon eine Liste erstellt mit Dingen, die ich gerne üben wollte. Allerdings bin ich aus Zeitgründen doch nicht dazu gekommen.

Was ich gemacht habe - das war mir auch aus dem britischen original im Gedächtnis – ich habe einen Reißverschluss an einen Hosenschlitz genäht, also einen möglichst perfekten Hosenreißverschluss geübt.  Da ich eigentlich nur Kleider nähe, dachte ich „Wenn eine Hose drankommt, bekomme ich richtige Probleme!“ Mal eine Hose nähen und diese "Fly Front Zipper", wie es im Englischen heißt (Deutsch: Hosenreißverschlüsse mit Übertritt), zu üben!

Wie war es, erstmals vor Kameras und vor den Augen der Jury zu nähen und wie bist Du mit dem Zeitdruck zurechtgekommen?

Ich habe privat oft auf der Bühne gestanden, tanze, singe, mache Schauspiel. Bühne und Zuschauer, das ist mir grundsätzlich nicht fremd. Die Kameras haben mich nicht gestört und ich habe auch gerne Fragen beantwortet beim Nähen. Ich rede aber auch gerne – halte in der Uni lieber drei Referate als eine Hausarbeit zu schreiben!

Beim Nähen vergesse ich leicht die Zeit, das war schon schwierig:

Mein Mann sagt immer: Bei Dir gilt eigentlich immer Faktor Drei bei der Zeit! Das ist auch so: Wenn ich denke, das habe ich in einer halben Stunde fertig, dauert es immer drei Mal so lange.

Beim Nähen selbst habe ich eigentlich gar nicht mehr mitbekommen, dass da jemand um mich war und habe mich total auf die Aufgabe konzentriert. Wenn die Zeit am Ende knapp wurde, wurde es schon stressig. Für die Aufgaben hatten wir ja jeweils eine bestimmte Zeit zur Verfügung, das war schon knapp bemessen und mit Stoppuhr gestoppt!

Wie ich damit zurechtgekommen bin, wird man dann ja ab dem 3. November sehen!

 

Kandidatin Ella Steinmann

Arbeiten unter Zeitdruck - Ella hochkonzentriert.

 

Wie ließen sich die Dreharbeiten in Dein Leben (beruflich/privat) integrieren?

Ich bin Studentin und die Dreharbeiten sind weitgehend in die Semesterferien gefallen. Bei der Arbeit habe ich meinen Urlaub genommen für die Sendung, das war alles kein Problem.

 

Wie war der Umgang mit den anderen Kandidaten? Gibt es einen, unter ihnen, der Dir besonders ans Herz gewachsen ist und wenn ja, wer und wieso?

Wir hatten ja wirklich lange Drehtage, haben aber trotzdem noch oft abends zusammengesessen, weil wir uns so gut verstanden haben und ich dachte, die anderen Menschen müssen sich an den Kopf greifen, wie wir nach so einem langen Tag immer noch da sitzen und uns über Stoffe und Schnittmuster und das Nähen unterhalten. Mein Mann macht auch die Fotos für meinen Blog, ist da mit drin und findet das gut, aber er möchte nicht stundenlang darüber reden – das war mit den Kandidaten anders!

Das ging auch über die Sendung hinaus. Das war so schön, mit Leuten zusammen zu sein, die die gleiche Leidenschaft teilen. Hier zuhause habe ich auch meine Mädels, mit denen ich mich zum Nähen treffe, aber das war schon etwas Besonderes. Mit den anderen Kandidaten stehe ich in Kontakt, teils sind richtige Freundschaften entstanden. Wir haben uns noch mal bei Florian zu einer kleinen Ateliereröffnung getroffen, das war sehr schön.

Mir war ganz wichtig, dass ich mein ganz persönliches, gutes Ergebnis abliefere. Ich wollte nach der Aufgabe sagen können: Egal was die Jury dazu sagt, ich bin mit mir zufrieden! Ich habe mein Bestes gegeben!

Daher ist man natürlich unter Zeitdruck bei sich und seiner Aufgabe, ich habe von den anderen oft gar nichts mitbekommen.  Es gab nie Situationen für mich, wo ich in direkter Konkurrenz auf die anderen geschaut hätte und besser als die anderen sein wollte. Mir ging es um mein persönliches Ergebnis, ich habe keinem anderen etwas Schlechtes gewollt. Das schöne war, dass wir alle auch die Werke der anderen Kandidaten zu schätzen wussten und bei der Bewertung in diesem Kreis am Ende oft gesagt wurde: Wow, das ist aber wirklich toll, was Du gemacht hast! Wenn man selber näht, kann man so eine Leistung ja auch einschätzen und sich gegenseitig schätzen und es den anderen auch gönnen. Wir haben uns auch füreinander gefreut!

Für mich gab es keinen Kandidaten, der mir ganz besonders nahe war. Mit Frank war ich beim Casting, den kannte ich also schon. Es war schön, dass er auch in der Sendung war und dass ich schon jemanden kannte. Und Meike, die kannte ich vorher nicht persönlich aber kannte ihren Blog gut, weil wir ja beide bloggen. So hatte ich mit jedem eine ganz eigene, ganz unterschiedliche Verbindung.

V.l.: Die Kandidaten Katja Schirmer, Frank Brüggers, Céline Voigt, Meike Rensch-Bergner, Florian Lange, Ines Maier, Ella Steinmann und Tobias Milse.

 

Wie war der Umgang mit der Jury? Gibt es ein Jurymitglied, dass für Dich besonders wichtig war, wenn ja, wer und wieso?

Ich muss sagen, das war die Inge. Sie ist natürlich recht streng, aber man kann unheimlich viel von ihr lernen. Sie ist eine so herzliche Person! Aber alle waren so toll und nett!

Guido Maria Kretschmer ist sehr nahbar, man kann ganz normal mit ihm reden. So menschlich und herzlich wie er im Fernsehen ist, so habe ich ihn auch erlebt.

Anke ist auch so eine tolle und nette Person und hatte die abgefahrensten und coolsten Klamotten an. Ich würde mich so gerne mal an ihrem Kleiderschrank bedienen! So tolle Sachen!

Die Momente mit Inge sind mir aber ganz besonders in Erinnerung geblieben. Inge hat uns Backstage Handrollieren beigebracht. Sie legt großen Wert auf Handarbeiten und dieser Moment hat sich mir besonders eingeprägt.

(Anmerkung der Redaktion: Auch Inge ist dieser Moment besonders in Erinnerung geblieben. Sie berichtet in ihrem Interview ebenfalls vom handgearbeiteten Rollsaum!)

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Der vielbesungene handrollierte Saum gehört nun zu Ellas Repertoire.
Foto: Ellamara.de / aus Ellas MMM-Artikel

 

Gab es ein lustigstes Erlebnis vor oder hinter den Kulissen, wenn ja, welches?

Es gab so viele lustige Momente! Wir hatten immer einen kleinen Insider mit dem Sendungstitel! Während der Wartezeiten haben wir gerne etwas rumgeblödelt.

Da fiel oft der Spruch „ Das haben wir aber geschickt gemacht! Da bist Du aber geschickt gegangen!“ Das war so unser Running Gag!

 

Wie hast Du Dich durch „Geschickt eingefädelt“ weiterentwickelt?

Ich habe mir nach der Sendung erstmal Seide gekauft, um mir ein Seidenetuikleid zu nähen. Ich war nach der Sendung total motiviert, mehr mit Seide zu nähen. Das ist aber noch nicht fertig! (lacht) Da ich oft nicht so viel Zeit haben zu nähen, nähe ich für die schnellen Erfolgserlebnisse zwischendurch doch eher Jerseykleider.

Die Motivation ist groß und bei mir hat sich der Gedanke gehalten: „Was würde Inge jetzt davon halten?“  Dadurch nähe ich viel sorgfältiger oder nähe auch mehr mit Hand. Und ich weiß, dass ich theoretisch in wenigen Stunden ganz viel schaffen könnte! Doch meine innere Inge führt dazu, dass ich nicht so gut gelungene Nähte doch noch mal aufmache. Zuhause geht es ja nicht so sehr um die Zeit!

Durch die Sendung habe ich gelernt, dass es gar nicht so schwer ist, mit fertigen Schnittmustern zu arbeiten. Wenn man sich genau an die Anleitung hält… Da habe ich verstanden, warum alle anderen mit Schnittmustern arbeiten, das geht ja viel schneller als meine Methode!

Wenn Ella heute näht, denkt sie oft: Was würde Inge davon halten? Dann wird eine nicht so gelungene Naht schon mal wieder aufgetrennt!

 

Was sind Deine Pläne für die Zeit nach der Sendung?

Ich habe keine bestimmten Pläne für die Zeit nach der Sendung. Ich werde auf jeden Fall weiter für mich nähen! In meinem Blog kann man gut sehen, dass ich hauptsächlich Kleider, die exakt auf meine Figur geschnitten sind, fertige. Eventuell werde ich für meinen Blog neben dem Schreiben auch kleine Videos zeigen, weil ich während der Dreharbeiten gemerkt habe, dass mir das großen Spaß macht, vor der Kamera zu reden!

 

Gäbe es eine zweite Staffel, was würdest Du den neuen Kandidaten raten?

Man braucht viel Geduld – zwischendurch in den Pausen sollte man vielleicht versuchen, sich ein bisschen runterzubringen und zu entspannen, damit man dann in den Aufgaben volle Leistung bringen kann.

Und man sollte seine Zeit gut einschätzen können, das ist ganz wichtig! Gerade bei Kreativaufgaben sollte man realistisch einschätzen können, ob das, was man sich vorgenommen hat auch in der vorgegebenen Zeit umsetzbar ist.

Ich hatte mir vorgenommen, bei einer Technikaufgabe vor allem Inge zu überzeugen, alles möglichst exakt zu machen und kein Risiko einzugehen. Bei einer kreative Aufgaben wollte ich eher Anke überzeugen und die Technik ein kleines Stückchen zurückzustellen.

 

Realistisch einschätzen, ob alles in der vorgegebenen Zeit klappt.

 

Und was wäre Dein Rat an Menschen, die durch die Sendung „infiziert“ mit dem Nähen anfangen wollen?

 

Ich würde ihnen raten: wenn man Nähen lernen möchte, sollte man am besten Nähen!

Ich habe nie einen Kurs besucht, mir manchmal im Internet Nähvideos angeschaut oder nach Hilfe gesucht aber im Grunde einfach ausprobiert. Wenn etwas nichts geworden ist, habe ich es anders gemacht, bis es einigermaßen geklappt hat. Einfach machen und dranbleiben,  das ist wie fast alles im Leben eine Frage der  Übung.  Wenn es drei Mal nicht geklappt hat, klappt es bestimmt beim vierten Mal!

 

Klassische Kleidung passt mir oft nicht und das war auch mein Antrieb, für mich selber zu nähen. Irgendwann habe ich eine britische Kleidermarke entdeckt, die auch Kleidung in Curvy und Really Curvy etc. machen, je nachdem, wie viele Rundungen man hat. Da dachte ich, wenn das möglich ist, so etwas zu kaufen, dann müsste man doch auch selbst etwas Passendes nähen können!

Dann habe ich viele Blogs gelesen, in denen andere Frauen über das Nähen von Damenoberbekleidung schreiben und habe dann auch mit Nähen und Bloggen angefangen. Anfangs habe ich versucht, die Schnitte von gekauften Teilen abzunehmen. Nach vielem Probieren bin ich dann immer besser geworden. Ich habe nie so viel mit fertigen Schnitten gearbeitet sondern meine Schnitte selber gemacht.

(Anmerkung der Redaktion: Wir empfehlen neben Ellas Blog den MeMadeMittwoch Blog als Anlaufstelle!)

 

 

Wo, wie, mit wem wirst Du die Ausstrahlung der Sendung anschauen?

Ich habe mich noch nicht entschieden. Die erste Folge werde ich vielleicht bei meiner Tante schauen, sie veranstaltet ein kleines Public Viewing für mich.

 

Welche Stoffe verarbeitest Du am liebsten und was wäre der Stoff Deiner Träume? (ob Material, Muster, Farbe…, welchen Stoff würdest Du Dir wünschen?)

Ich kaufe gerne in meinem lokalen Stoffladen, Kinderstoffe, schöne Musterstoffe oder Jerseys oder auch Sweatshirtstoffe und Baumwollwebware. Wenn ich dort Damenstoffe finde, freue ich mich. Oder ich suche online oder auf Reisen nach besonderen Stoffen! Ich habe mir gerade Stoff aus Portugal mitgebracht oder gehe gerne zu Märkten. Jerseystoffe verarbeite ich oft, weil ich meist nicht so viel Zeit habe. Das geht mir immer schnell von der Hand.

Der Stoff meiner Träume wäre der perfekte Ananasstoff. Das hat auch mit der Sendung zu tun! Die anderen Kandidaten wissen, wie gerne ich Ananasmuster habe und die anderen schicken mir jetzt immer Fotos von Dingen mit einer Ananas drauf! Aber den richtigen Stoff, damentauglich, den habe ich noch nicht gefunden. Vielleicht müsste man den mal selbst designen! Da ich ja alles selbernähe und dadurch bestimmen kann, wie ein Kleidungsstück aussehen wird, und mir auch die Schnitte selbst mache, erscheint es mir manchmal am besten, noch den Stoff selbst zu entwerfen. Dann fehlen mir nur noch die Schuhe, das ist mir auch ein ganz wichtiges Thema. Das ist das Einzige, wo ich noch darauf angewiesen bin, es zu kaufen. Bei Kleidung habe ich das ja komplett ausgeschaltet.  Früher habe ich oft etwas Bestimmtes gesucht und war frustriert, weil man ja immer nur das kaufen kann, was im Laden hängt. Beim Nähen muss man nur den Stoff finden und dann kann man sich das nähen, was man wünscht!

Oft denke ich, dass Bordürenstoffe fehlen, Rapportstoffe, die unten anders sind als oben, die einen Verlauf haben. Da würde ich mir mehr wünschen!

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"Jerseystoffe verarbeite ich oft, weil ich meist nicht so viel Zeit habe. Das geht mir immer schnell von der Hand." 
Foto: Ellamara.de

Wie oft nähst Du?

Etwa viermal in der Woche – manchmal nur eine Stunde am Abend, nach Uni, Job und Kind bleibt manchmal nicht mehr. Wenn ich könnte, würde ich gerne mehr nähen. Wenn ich mal mehrere Stunden am Stück Zeit zu Nähen habe, freue ich mich!

 

Was nähst Du am liebsten und wie beschreibst Du Deinen Stil?

 

Ich nähe so gerne Kleider und damit habe ich auch angefangen. Gerade ist eine Softshelljacke fertig geworden und ich versuche gerade, weitere Jacken zu meinen Kleidern zu nähen. Hosen habe ich bisher erst zwei genäht, Blusen und Tops ebenso erst 1-2… aber ich habe bisher schon mindestens 30 Kleider genäht!

Ich trage hauptsächlich selbstgenähte Kleidung und kaufe seit einem Jahr keine Oberbekleidung mehr. Das schöne ist ja, dass man beim Selbermachen alles nach dem eigenen Geschmack und perfekt passend nähen kann, mit Taschen, denn ohne Taschen geht bei mir gar nichts!

Mein Stil ist feminin und bunt zugleich. Aber ich bin ganz variabel, je nach Einsatzzweck – ich habe schickere Sachen, Businessmode fürs Büro,  gemütlichere Kleider für zuhause. Generell mag ich Farbe, Muster und eben hauptsächlich Kleider.

 

Was ist Dein „Angstgegner“ beim Nähen und was war bisher Dein schlimmstes Näh-Missgeschick oder „TFT- Teil für die Tonne“?

Angstgegner habe ich eigentlich nicht, ich traue mich an alles dran.

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Die Tellerkatastrophe. Foto: Ellamara.de

Teil für die Tonne? Ich nenne das „kaputtgenäht!

Und ja, die gibt es:

 Ich hatte mal die Möglichkeit, auf einer Overlockmaschine zu nähen. Da hatte ich selbst noch keine Overlockmaschine, wollte das fertige  Kleid noch mal ordentlich versäubern und dann habe ich mir ein richtiges Loch hineingeschnitten. Das Kleid hängt im Schrank aber ich habe es immer noch nicht repariert, weil ich mich noch nicht wieder damit auseinandersetzen wollte! Das ist mir zum Glück nie wieder passiert!

Lest die ganze Geschichte von der "Tellerkatastrophe" in Ellas Blog!

 

 

 

Wenn Du ein Teil für einen Promi nähen dürftest, wer wäre es und was würdest Du ihr oder ihm nähen?

Ich kenne mich mit Prominenten gar nicht so aus. Ich schaue wenig Fernsehen und daher habe ich wenig Ahnung davon. Vielleicht würde ich der österreichischen Modedesignerin Lena Hoschek gerne mal ein Kleid nähen und wenn sie damit so zufrieden wäre wie mit ihren eigenen Kleidern, das würde mich freuen! Ich würde ihr gemäß meiner 5 goldenen Moderegeln ein taillenbetontes Kleid nähen!

Wenn Du nicht nähst, was machst Du sonst? (Beruflich / andere Hobbies, Lieblingsbeschäftigungen…)

Ich studiere und arbeite nebenher. Als Ausgleich tanze und singe ich in einer Musical- oder Schautanzgruppe. Typische Songs wie Big Spender oder Lieder aus „Chicago“, solche Songs singen und tanzen wir. Dazu brauchen wir natürlich auch schöne Kostüme, die ich für mich selbst auch manchmal selber nähe.

 

Gibt es noch etwas, was Du gerne sagen möchtest oder ein Statement zur Sendung Geschickt eingefädelt oder zum Nähen / Kreativität allgemein?

Wenn man unzufrieden ist mit der Kleidung in den Geschäften ist und frustriert vom Einkaufen zurückkommt und es die gewünschte Kleidung einfach nicht gibt, ist es der beste Weg aus dieser Misere, einfach selbst zu nähen!

Viele sagen, ich könnte das ja gar nicht!  Denen sage ich immer:

„Vielleicht kannst Du es ja doch, probiere es doch mal. So schwer ist das Kleidung selber nähen gar nicht!

Kandidatin Ella Steinmann: "So schwer ist das Kleidung selber nähen gar nicht!"

 

 

Herzlichen Dank für das nette Interview!

 


 

Links zu Ella Steinmann:

Ella Steinmann bei VOX.de

Ella Mara Facebook Fanpage

Ella Mara Blog

Ella bei Instagram

Ellas 5 goldene Moderegeln

Ella Mara beim Me Made Mittwoch

Alle Beiträge zur Sendung:

 Geschickt eingefädelt - wer näht am besten? im Swafing Blog

 


 

GESCHICKT EINGEFÄDELT – WER NÄHT AM BESTEN?

AB DEM 3. NOVEMBER UM 20:15 UHR BEI VOX!

Das Logo zur Sendung "Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten?".

 


Alle Abbildungen (wenn nicht anders beschriftet): © VOX/ANDREAS FRIESE

Interviewserie: Geschickt eingefädelt-Kandidat Tobias Milse

Wir zählen schon die Tage! Kommenden Dienstag, dem 3. November wird um 20:15 Uhr die erste von den sechs Folgen des großen Vox-Nähwettbewerbs "Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten?" ausgestrahlt! Mit Guido Maria Kretschmer, Anke Müller und Inge Szoltysik-Sparrer haben wir Euch die Jury bereits vorgestellt, in dieser Woche sind die Kandidaten der neuen Sendung im Mittelpunkt des Interesses und werden in täglichen Interviews genauer vorgestellen. Die acht Kandidaten haben uns  alle Rede und Antwort gestanden, sogar einige Eurer Fragen aus unseren Fanpage-Fridays sind dabei!

Heute lest ihr unter anderem, was Tobias für Schauspielerin Julia Roberts nähen würde, wieso er auf Fasermischungen schwört, welche andere Kandidatin er bewundert und wie er sich auf die Dreharbeiten vorbereitet hat.

Oben: Katja Schirmer, Florian Lange, Ines Maier und Tobias Milse.
Unten: Ella Steinmann, Frank Brügers, Céline Voigt und Meike Rensch-Bergner.

 

Geschickt eingefädelt-Kandidat Tobias Milse

An Tag 4 unserer Interviewwoche stellen wir Euch mit Tobias Milse einen Liebhaber hochwertiger und teurer Materialien vor. Aus diesen fertigt der Autodidakt mit viel Herzblut elegante Taschen unter seinem Label TM Paris. Geprägt durch seine Jahre in Frankreich hat der gelernte Modemanager und Personal Shopper einen Sinn für Mode, Lifestyle und alles Schöne. Der 30jährige Berliner kochte gerne und liebt es, seine Wohnung umzugestalten.

 

Kandidat Tobias Milse

 

In anticipation of  Vox network's "Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten" (the German version of the U.K.'s "Sewing Bee"), here on our blog we will introduce the panel of judges and the contestants, so that for the November 3rd premier you will already be in the know! Tune in Tuesday evenings at 7:15 GMT and watch 8 contestants sew their way through the different challenges given by the panel of celebrity judges. We have a little bit of information on the eight creative contestants. We, too, are on pins and needles and can't wait to see who comes out ahead!

For our English-language readers, we have here a condensed translation.  Perhaps you have a way to tune in, as well!  

Information about the contestants • Information about the panel of judges

 

Interview mit Tobias Milse


Wie hast Du von dem Casting erfahren und warum hast Du Dich beworben?

Ich habe mich gar nicht selbst angemeldet, das hat ein Freund hier aus Berlin ohne mein Wissen getan. Er hatte es über Facebook gesehen und mich einfach angemeldet! In dem Moment, als er die Anmeldung abgeschickt hatte, schrieb er mir: „Du Tobias, ich habe eben deine Daten an eine Produktionsfirma geschickt – etwas mit nähen – kann gut sein, dass die sich bei dir melden!“

Kurz darauf klingelte in meinem kleinen Handtaschenatelier schon das Telefon. Ich fand das spannend und war sehr neugierig! Erst während des Telefonats habe ich auch von der englischen und französischen Ausgabe erfahren. Das habe ich mir angeschaut und fand es total spannend.

Da wurden mir richtig die Augen geöffnet, ich wusste gar nicht, dass es sowas gibt und dann noch in Deutschland. Ich war da total begeistert und 3 Wochen später war ich dann schon beim Casting.

  Zum Casting sollte man ein selbstgenähtes Teil mitbringen – welches war es bei Dir?

Ich habe natürlich meine Taschen mitgenommen! Darunter eine ganz Besondere, das ist die kleine Accessoiretasche, von Frauen auch als Clutch zu benutzen, aus ganz besonderem, schokoladenbraunem Seidensamt. Ich selbst benutze sie gerne für Reiseunterlagen oder ähnliches. Der Stoff ist zu 100% aus Seide und mit einem unter Hitze und Druck eingeprägten Muster versehen. Diese Technik nennt sich Gaufrage vom französischen Wort für „Waffel“. Der Stoff ist also „gewaffelt“.

Glücksbringer beim Casting: Vosges Silk von TM Paris.

 

Wie hast Du Dich auf die Sendung vorbereitet?

Ich habe mich auf jeden Fall vorbereitet und habe mir jede freie Minute Zeit genommen, um alle Techniken, die ich beim Nähen für wichtig erachte, noch mal zu üben. Teilweise musste ich etwas suchen, aber im Internet findet sich ja einiges an Nähwissen! Außerdem habe ich geschaut, was es in den anderen Sendungen für Anforderungen gab.

Ich habe mir viel Mühe gegeben, um richtig fit zu sein und dann beim Nähen nicht ganz blöd da zu stehen.

 

Hattest Du Erfahrungen mit dem Schneidern von Kleidung oder nähst Du vorwiegend Taschen und Mode war relativ neu für Dich?

Ich habe vorher nur ganz selten mal Kleidungsstücke geändert und einige wenige Teile für mich genäht. Mit ca. 8 Jahren habe ich Kissen genäht, mit Rüschen! Das hat mir meine Mutter beigebracht. Das Handtaschen nähen habe ich mir autodidaktisch beigebracht, weil man das in Deutschland kaum lernen kann, dazu muss man schon nach Italien gehen. Ich spreche zwar fließend Französisch und Englisch, aber mit Italienisch kann ich noch nicht dienen. Also hieß es bei mir: Mut zur Selbsthilfe.

Wie war es, erstmals vor Kameras und vor den Augen der Jury zu nähen und wie bist Du mit dem Zeitdruck zurechtgekommen?

Unter Zeitdruck zu nähen ist der Horror. Das ist sehr anstrengend. Allerdings vergisst man relativ schnell, was rundherum alles geschieht. Ich habe mich nur aufs Nähen konzentriert, so gut ich konnte. Der Zeitdruck hatte aber auch einen sehr großen Vorteil, weil man sich selbst ein Limit setzen muss. Man muss einfach loslegen und etwas machen, auch wenn man eigentlich noch nicht so genau weiß, wie man die Aufgabe angehen sollte, sonst ist es vorbei und man verschwendet zu viel Zeit und kann am Ende kein fertiges Modell präsentieren.

 

Tobias Milse - Hochkonzentriert!

 

Wie ließen sich die Dreharbeiten in Dein Leben (beruflich/privat) integrieren?

Das ging ganz gut. Ich konnte es ganz gut in mein Leben integrieren, weil ich mir in meinem Beruf die Zeit gut einteilen kann.

 

Wie war der Umgang mit den anderen Kandidaten? Gibt es einen, unter ihnen, der Dir besonders ans Herz gewachsen ist und wenn ja, wer und wieso?

Wir haben uns alle sehr gut verstanden und es war keine Konkurrenzsituation. Es hat sich von Anfang an eine Dynamik entwickelt und wir haben alle sehr gut zusammengepasst, weil wir alle die gleiche Leidenschaft haben, aber trotzdem alle so extrem unterschiedlich sind.

Einen Tag vor dem ersten Drehtag saß ich erstmals mit den anderen Kandidaten zusammen und es waren so unterschiedliche, tolle Leute, das ich dachte, ich sei direkt ins Fernsehen reingefallen. Da wurde mir erst so richtig klar, ja, du bist bald im Fernsehen!

Ich habe mich mit Céline äußerst gut verstanden, weil ich sehr bewundere, wie sie näht und auch ihre Persönlichkeit… Alle haben sich gegenseitig geholfen, das war einfach toll und die Stimmung war immer sehr gut.

Wir haben danach alle den Kontakt gehalten, bis heute, das finde ich sehr besonders. Wir haben teilweise fast täglich oder gar stündlich Kontakt gehabt und miteinander geschrieben, so intensiv!

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Tobias Milse und Cèline Voigt. Foto: Tobias Milse

 

Wie war der Umgang mit der Jury? Gibt es ein Jurymitglied, dass für Dich besonders wichtig war, wenn ja, wer und wieso?

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Als ich die Jury gesehen habe, war ich begeistert! Da war sofort ein Draht oder die richtige Chemie da, mit jedem von ihnen!

Guido Maria Kretschmer ist wahnsinnig sympathisch. Und auch die beiden Damen in der Jury, ich habe sofort mit jedem eine gewisse Verbindung empfunden.

Kontakt hatten wir auch in den Drehpausen und beim Essen, da das ganze Team zusammen gegessen hat, das war sehr gemeinschaftlich.

Und wer fleißig näht, der hat sich auch eine ordentliche Mahlzeit verdient!

Die Verbindung mit Guido Maria war für mich am intensivsten von den drei Jurymitgliedern, da ich mich gut mit seinem Stil und seinem Modegeschmack identifizieren kann.

 

Gastgeber Guido Maria Kretschmer (l.) und Kandidat Tobias Milse.

 

Gab es ein lustigstes Erlebnis vor oder hinter den Kulissen, wenn ja, welches?

Was ganz toll war, war ein Augenblick, wo wir hinter den Kulissen zusammen genäht haben, der handgenähte Rollsaum, den uns Inge beigebracht hat.  Wir haben nachts einmal auf dem Bett gelegen superspät nach den Dreharbeiten und haben dort per Hand weitergenäht, Céline, Ines und ich. Das war total witzig, das hätte ich vorher nie gedacht. Auch einige der anderen Kandidaten waren mit im Zimmer und wir hatten viel Spaß.

Es gab auch  einige lustige Versprecher, da haben wir viel gelacht und noch so viel mehr lustige Erlebnisse!

Wie hast Du Dich durch „Geschickt eingefädelt“ weiterentwickelt?

Ich nähe mir noch mehr Kleidungsstücke für mich, eine Hose, zwei Westen – ich liebe Westen! Nicht täglich, aber ich mag das ganz gerne.

Außerdem habe ich viel gelernt, alleine schon den Rollsaum, das werde ich nicht vergessen. Auch wenn die Dreharbeiten innerhalb einer begrenzten Zeitspanne stattfanden, war es eine sehr prägende Zeit. Gerne würde ich mir etwas mehr Zeit nehmen, für mich zu nähen. Ein kleiner, immer mehr anwachsender Stoffstapel liegt bereit, den ich zu Kleidungsstücken für mich verarbeiten möchte.

 

Was sind Deine Pläne für die Zeit nach der Sendung?

Oh, ich habe da schon so einiges im Kopf. Aber das wird noch nicht verraten (lacht). Ich werde auf jeden Fall noch vor Weihnachten eine kleine Wintertaschenkollektion herausbringen – Lasst euch überraschen.

Das ist auch sonst mein Motto für die Zeit nach der Sendung:

Ich lasse mich überraschen, was nach der Sendung kommt, ich bin da sehr gespannt. Natürlich freue ich mich, wenn meine Handtaschen, die ich mit viel Herzblut fertige, etwas Aufmerksamkeit bekommen. Eine eigene Stoffkollektion wäre auch ein Traum; ich habe so viele Ideen!

 

Ich lasse mich selbst gerne überraschen und überrasche auch andere Menschen gerne. In der Nacht vor dem ersten Drehtag habe ich mit Florian alle anderen Kandidaten überrascht, was das war, verrate ich aber nicht.  Ich habe ein bisschen geschaut, was die Kandidaten aus den anderen europäischen Sendungen danach gemacht haben, manche habe einen Kurzwarenladen aufgemacht, waren auf Messen unterwegs…. Ich wusste gar nicht, dass es so tolle große, renommierte Handarbeitsmessen gibt. Die würde ich gerne mal besuchen.

 

Gäbe es eine zweite Staffel, was würdest Du den neuen Kandidaten raten?

Ich habe zwei gute Ratschläge:

Erstens, ganz wichtig: Spaß haben!

Das Zweite:

Es empfiehlt sich immer, sehr gut zuhören, was die Jury sagt und auch deren Hinweise annehmen, auch wenn es unter Zeitdruck manchmal schwierig ist. Das habe ich während der Dreharbeiten gelernt und finde es sehr wichtig – gut zuhören!

Bei den Aufgaben habe ich immer das gemacht, was mir gefällt! Ob kreative oder Technikaufgabe, das war mir generell ganz wichtig. Aber ich habe schon darauf geachtet, das entsprechend der Aufgabenstellung zu erarbeiten und das mit dem persönlichen Geschmack in Einklang zu bekommen. Aber der persönliche Geschmack ist bei mir ganz wichtig, da verbiege ich mich nicht – ich lasse mich aber inspirieren!

Immer gut den Juroren zuhören - aber seinen persönlichen Geschmack nicht außer Acht lassen!

 

Und was wäre Dein Rat an Menschen, die durch die Sendung „infiziert“ mit dem Nähen anfangen wollen?

Nähmaschine kaufen – einfädeln – loslegen!

 

Wo, wie, mit wem wirst Du die Ausstrahlung der Sendung anschauen?

Das habe ich noch gar nicht geplant – aber nicht bei mir zuhause, da ich keinen Fernseher habe!

 

Welche Stoffe verarbeitest Du am liebsten und was wäre der Stoff Deiner Träume? (ob Material, Muster, Farbe…, welchen Stoff würdest Du Dir wünschen?)

Ich liebe Seide und schöne Wolle, das ist etwas ganz Besonderes. Der Stoff meiner Träume, den kenne und verarbeite ich seit Jahren. Er hing in der Sendung auch an meiner kleinen Pinnwand an meinem Nähplatz, an der jeder Kandidat persönliche Dinge hängen hatte. Es ist der gaufrierte Seidensamt, als ich den das erste Mal gesehen habe, dachte ich „WOW, sowas gibt es?“ Die Haptik dieses Stoffes ist ganz besonders, so weich und doch fest, herrlich!

Aber ich bin immer offen für Neues!

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Tobias hat eine Schwäche für edle Materialien! Foto: TM Paris.

 

Wie oft nähst Du?

Zur Zeit schneide ich mehr zu, etwa drei Mal in der Woche beschäftige ich mich damit.

Je nach Taschenmodell arbeite ich 1-2 Tage non-stop an einer Tasche aber ich mache ja auch viele andere Dinge. Manche Arbeitsschritte sind auch recht kniffelig, das kann schon mal etwas länger dauern.

 

Was nähst Du am liebsten und wie beschreibst Du Deinen Stil?

Am liebsten nähe ich meine Handtaschen.

Meinen Stil kann ich einfach beschreiben: Von allem das Beste!

Ich mag gerne verschiedene Stile: Das kann auch heißen, dass ich eine Jogginghose anziehe, aber keine verbeulte Jogginghose sondern eine Schöne mit passendem coolen Sweater mit schönem Print - das muss einfach gut zusammenpassen. Schuhe sind da auch das A und O, sie können einen Look komplett verändern. Ansonsten trage ich gerne schicke Lederstiefel mit engen Jeans, dazu Hemd und Weste. Nur Sakkos trage ich sehr selten. Es steht mir zwar, aber ich trage es selten. Ich finde es schön, zwischen den Stilen hin und her zu wechseln! Als roter Faden zieht sich immer die sportliche Eleganz durch. Ich bleibe immer konsequent in einem Stil und interpretiere diesen eher modisch und elegant.

 

Was ist Dein „Angstgegner“ beim Nähen und was war bisher Dein schlimmstes Näh-Missgeschick oder „TFT- Teil für die Tonne“?

Wenn ich nicht weiß, wie eine bestimmte Technik geht, das mag ich gar nicht. Da lasse ich mich nicht gerne überraschen, weil ich ein Perfektionist bin. Da stehe ich mir aber auch manchmal selbst im Weg.

Meine Nähmissgeschicke? Ich habe zweimal bei alten Hemden versucht, sie an den Körper anzupassen. Die passten nicht so richtig, meist denke ich beim Tragen, ne, das müsstest Du komplett neu nähen. Also wollte ich sie ändern, aber das hat nicht so recht geklappt, weil sie einfach zu groß waren, typisch 90er Jahre! Da habe ich schon mal welche in die Tonne gegeben. Aber die Knöpfe habe ich vorher abgemacht, die kann man ja noch benutzen – ökologisch denken ist mir ganz wichtig!

Kulisse

 

 

Wenn Du ein Teil für einen Promi nähen dürftest, wer wäre es und was würdest Du ihr oder ihm nähen?

Ein Abendkleid für Julia Roberts. Bodenlang, in einer intensiven Farbe, auf jeden Fall aus Seide oder einer Seidenmischung.

Generell möchte ich anmerken, wie toll ich Mischungen bei Stoffen finde.

Kunstfasern - da täuschen sich ja viele Leute - das ist ein Segen, welche Mischungen man daraus machen kann! Da hat sich ja auch so viel getan, die Kunstfasern sorgen dafür, die Naturfasern zu  unterstützen oder die Wirkung und Eigenschaften der Stoffe zu verbessern. Ich verarbeite gerne Kunstfasern – die Mischung macht´s!

 

Wenn Du nicht nähst, was machst Du sonst? (Beruflich / andere Hobbies, Lieblingsbeschäftigungen…)

Ich arbeite für ein junges Lifestyle-Unternehmen hier in Berlin. Dort bin ich als Personal Shopper tätig und berate Männer zum Thema Mode und stelle ihnen Outfits zusammen, das bringt viel Spaß! Außerdem räume ich gerne meine Wohnung um. Ich liebe Kino und bin begeisterter Cineast. Das war in Paris noch besser als in Berlin. Ich habe 5 Jahre in Paris gelebt, das hat mich sehr geprägt. Wenn man in Paris ins Kino geht, gibt es extrem viele Filme im englischen Original. Und das Programm wechselt permanent und man hat eine riesige Auswahl.

Auch durch die Filme erweitert sich mein modischer Horizont, ich habe manche Filme nur deswegen geschaut, weil mir die Mode so gut gefallen hat! Das Filmbusiness fände ich auch spannend, das wäre genau mein Ding!

 

Gibt es noch etwas, was Du gerne sagen möchtest oder ein Statement zur Sendung Geschickt eingefädelt oder zum Nähen / Kreativität allgemein?

 

Habt einfach Spaß! Genießt das Leben bewusst, nehmt die schönen Sachen in Euch auf!

Das habe ich erst nach meinem 25. Geburtstag gemerkt, als ich sozusagen ein Vierteljahrhundert alt wurde. Das war in Frankreich.

Dort wird mehr Wert auf die kleinen Dinge des Lebens gelebt – und das lebe ich hier in Berlin so weiter.

Kandidat Tobias Milse: "Genießt das Leben bewusst!"

 

 

Herzlichen Dank für das nette Interview!

 


 

Links zu Tobias Milse:

Tobias Milse bei VOX.de

Tobias - Geschickt eingefädelt Fanpage

TM PARIS by Tobias Milse

Tobias Milse bei Instagram

Alle Beiträge zur Sendung:

 Geschickt eingefädelt - wer näht am besten? im Swafing Blog

 


 

GESCHICKT EINGEFÄDELT – WER NÄHT AM BESTEN?

AB DEM 3. NOVEMBER UM 20:15 UHR BEI VOX!

Das Logo zur Sendung "Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten?".


Alle Abbildungen (wenn nicht anders beschriftet): © VOX/ANDREAS FRIESE

Interviewserie: Geschickt eingefädelt-Kandidatin Ines Maier

In einer knappen Woche ist es so weit: Am Dienstag, dem 3. November wird um 20:15 Uhr die erste von sechs Folgen des großen Vox-Nähwettbewerbs "Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten?" gesendet. Nach den großen Juryinterviews mit Guido Maria Kretschmer, Anke Müller und Inge Szoltysik-Sparrer  wollen wir in dieser Woche die Kandidaten der neuen Sendung in Einzelinterviews genauer vorstellen.

Alle acht Kandidaten haben uns Rede und Antwort gestanden und in die Interviews sind auch einige Eurer Fragen eingeflossen!

Heute lest ihr, was in Ines´ Leben an erster Stelle steht, wie ihr Sportweisheiten beim Nähen helfen, was die Kandidaten nach den vielen Stunden am Set noch getan haben und wer ihr liebster Promi ist!

Oben: Katja Schirmer, Florian Lange, Ines Maier und Tobias Milse.
Unten: Ella Steinmann, Frank Brügers, Céline Voigt und Meike Rensch-Bergner.

 

In anticipation of  Vox network's "Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten" (the German version of the U.K.'s "Sewing Bee"), here on our blog we will introduce the panel of judges and the contestants, so that for the November 3rd premier you will already be in the know! Tune in Tuesday evenings at 7:15 (GMT) and watch 8 contestants sew their way through the different challenges given by the panel of celebrity judges. We have a little bit of information on the eight creative contestants. We, too, are on pins and needles and can't wait to see who comes out ahead!

For our English-language readers, we have here a condensed translation.  Perhaps you have a way to tune in, as well!  

Information about the contestants • Information about the panel of judges

 

 

Geschickt eingefädelt-Kandidatin Ines Maier

Nach Katja Schirmer und Florian Lange stellen wir Euch mit Ines Maier heute eine gestandene Hobbynäherin vor, die bereits seit 35 Jahren näht.

Die gelernte Elektrikerin und Fremdsprachenassistentin Ines Maier ist eine absolute Powerfrau: Für die dreifache Mutter und zweifache Oma, die nebenbei modelt, stehen Familie und Beruf an erster Stelle. Das Nähen ist ein guter Ausgleich zu ihrem Hauptberuf und ihren vielen sportlichen Hobbies.

 

Kandidatin Ines Maier

 

Interview mit Ines Maier


 

Wie hast Du von dem Casting erfahren und warum hast Du Dich beworben?

Ich habe im Schuljahr 2013/14 extrem viel genäht, weil mein jüngster Sohn ein Jahr in Amerika war. Da hatte ich viel Zeit, mich damit zu beschäftigen und habe viel genäht. Als ich dann vom Castingaufruf hörte, habe ich mir sofort alle britischen Folgen reingezogen und war total begeistert! Als ich mit meiner Familie gesprochen habe, sagte meine Tochter :"Das musst Du machen!"

Ich selbst war mir zunächst nicht sicher, ob ich da mithalten kann. Je mehr ich mich aber damit beschäftigt habe, desto mehr habe ich daran geglaubt. Alleine die Aussicht, für die Dauer der Dreharbeiten in meiner Heimatstadt Berlin zu verbringen, die Zeit mit den anderen Kandidaten und einer hochkarätigen Jury und überhaupt auch mal zu sehen, wie so eine Produktion abläuft, hat meine Neugierde über die Skepsis siegen lassen. Und dann habe ich die Bewerbung fertiggemacht.

 

Zum Casting sollte man ein selbstgenähtes Teil mitbringen – welches war es bei Dir?

Man sollte etwa Selbstgenähtes anziehen und auch etwas mitbringen. Ich war recht sportlich in einem kurzen Röckchen und einer selbstgenähten Weste unterwegs und habe dazu einen starken farblichen und stilistischen Kontrast gewählt und das Dirndlset Rosen-Mia mitgebracht.

Ines Maiers Casting-Modelle: Dirndl-Set Rosen-Mia für Dame, Kind und Puppe.

 

Wie hast Du Dich auf die Sendung vorbereitet?

Das war für mich richtig schwierig, weil ich ja Vollzeit berufstätig bin und extrem viel Sport mache und eine riesige Familie habe, wo ich immer gefordert bin. Da stand die praktische Vorbereitung eher im Hintergrund. Ich habe mich zwar etwas über die eventuell zu erwartenden Aufgaben informiert und mir im Internet die Folgen der britischen Sewing Bee angesehen und studiert. Ich habe zwar einige Sachen genäht, aber keine speziellen Techniken geübt wie Manschetten oder bestimmte Kragenformen. Ich dachte mir: "Entweder reichen meine Kenntnisse oder es sind andere einfach besser." Rein zeitlich war es anders nicht möglich. Das Nähen ist ein Ausgleich für mich und ich kann nicht auf Sport verzichten, sonst bin ich total unausgeglichen. Wenn ich nur still an der Nähmaschine gesessen hätte, wäre das nicht gut gegangen.

 

Wie war es, erstmals vor Kameras und vor den Augen der Jury zu nähen und wie bist Du mit dem Zeitdruck zurechtgekommen?

Der erste Tag vor der Kamera war extrem spannend und interessant. Das erste Mal an so einem Set zu sein, das erste Mal die Jury zu sehen und die anderen Kandidaten kennenzulernen, das war mega spannend.

Der Zeitdruck war enorm. Wenn man so perfektionistisch veranlagt ist wie ich, dann ist es schwierig, wenn man seine Genauigkeit ablegen muss, um diese Aufgabe überhaupt fertig zu bekommen. Das bringt einen schon ins Schwitzen.

Wir hatten schnell gelernt, dass Inge trotz Zeitdruck mit Argusaugen das Werk begutachtet und die kleinsten Ungenauigkeiten bemängeln würde und diese Blöße wollte man sich ja auch nicht geben. Das war schon heftig. Gerade als Hobbyschneider nimmt man sich ja zuhause auch immer Zeit und näht nicht mit Druck. Man will es ja schön machen!

Kandidatin Ines Maier

Manchmal muss man Genauigkeit ablegen, um die Aufgabe fertig zu bekommen. Das war schwierig für mich!

 

Wie ließen sich die Dreharbeiten in Dein Leben (beruflich/privat) integrieren?

Es war nicht ganz leicht, es im Büro geregelt zu bekommen. Ich musste ja einen großen Teil meines Jahresurlaubs und Überstunden nehmen.

Daher ist jetzt der Punkt gekommen, einen großen Dank an meine Familie und an meinen Freund und meine liebe Kollegin Nadine zu sagen, die während meiner Abwesenheit zuhause und im Büro dafür gesorgt haben, dass alles weiterläuft! Das ist mir ganz wichtig!

 

Wie war der Umgang mit den anderen Kandidaten? Gibt es einen, unter ihnen, der Dir besonders ans Herz gewachsen ist und wenn ja, wer und wieso?

Der Umgang mit den anderen war grandios. Ich glaube, das hätte keiner von uns erwartet, dass wir uns so gut verstehen. Das lag daran, dass wir so verschieden waren. Die Céline hatte ich schon beim Casting kennengelernt. Außerdem wohnt sie ganz nah bei meinem Bruder in der Schweiz, da hatten wir gleich einen Draht. Sie ist ja auch eine sehr perfektionistische Näherin und mit ihr habe ich mich super verstanden. Und auch sonst, bis auf Meike waren alle Kandidaten im Alter meiner Kinder, so bin ich automatisch in diese Mutterrolle geschlüpft, da kann man nicht anders. Meike ist so etwa in meinem Alter, das war dann der Austausch auf der erfahrenen Ebene.

Und dieses Klassenfahrt-Feeling war unvergleichlich – Man ist da viele Stunden gemeinsam am Set und geht danach noch gemeinsam Stoffe einkaufen in jeder freien Minute, wo man eigentlich mal eine Pause bräuchte. Wir haben in Berlin überall nach Stoffen geschaut, egal wo wir waren, wir kamen an keinem Berliner Nähladen vorbei!

Das schöne ist ja, dass die Kontakte auch heute noch so gut funktionieren.

 

Auch nach der Sendung stehen alle Kandidaten in regem Kontakt. Hier Ines Maier, Ella Steinmann, Tobias Milse und Céline Voigt bei einem Besuch in Florian Langes Zuhause (Mitte).

 

Wie war der Umgang mit der Jury? Gibt es ein Jurymitglied, dass für Dich besonders wichtig war, wenn ja, wer und wieso?

Wenn ich an die Jury denke, ist es einfach klasse. Auch die Erinnerung, was das für ein Dreamteam war: Die haben so toll zusammen gepasst! Keinen unter ihnen könnte ich einzeln hervorheben, sondern alle zusammen waren sie etwas ganz Besonderes: Anke so fröhlich und kreativ, Inge so erfahren und genau, aber auch so hilfsbereit und Guido– eine Seele von Mensch. Natürlich, witzig, ehrlich!  Hut ab auch vor dieser Disziplin! Guido war teilweise lange vor uns am Set und ist nach uns gegangen. Wir saßen auch in den Pausen viel zusammen, haben mit Guido gesprochen, oder Inge setzte sich mit einer Nadel zu uns und zeigte uns noch mal besondere Stiche, das war wirklich eine tolle Erfahrung.

 

Gab es ein lustigstes Erlebnis vor oder hinter den Kulissen, wenn ja, welches?

Eins fand ich rund um die Sendung wirklich witzig. Ich war zwei Wochen vor den Dreharbeiten privat in Berlin, für eine Party. Da war ich mit meiner Tochter am Flughafen und zwei Männer haben uns beobachtet.  Bei der Produktion sprach mich irgendwann der Produzent an. Da ging es ums Thema „Typ Mensch“ und Doppelgänger und er sagte: „Du wirst es nicht glauben. Vor zwei Wochen war ich mit Kollegen am Flughafen und da war eine blonde Frau, die hätte Deine Zwillingsschwester sein können!“  Ich ergänzte: „Und da war noch eine jüngere Frau dabei, oder? Das war ich selbst mit meiner Tochter!“

 

Wie hast Du Dich durch „Geschickt eingefädelt“ weiterentwickelt?

Vor der Sendung dachte ich, wenn das rum ist, schaue ich die Nähmaschine bestimmt sechs Monate nicht an.

Ich bin nach Hause gekommen und war so infiziert und motiviert. Am gleichen Tag habe ich mir eine Overlockmaschine gekauft, war am nächsten Tag in meinem liebsten Stoffladen und habe wirklich solche Lust gehabt, so viel auszuprobieren von den Dingen, die ich da gelernt habe.

Wenn ich meine Dirndl anschaue aus der heutigen Sicht, dann muss ich sagen „Oje, da habe ich aber in Berlin so viel dazu gelernt!“ Ich bin wirklich nach Hause gekommen und habe einige Kleider umgearbeitet, damit sie noch besser aussehen. Oder habe neue Reißverschlüsse in Kleider meiner Tochter eingenäht, ordentlicher und besser und ich profitiere heute noch von den neuen Fähigkeiten. An meiner Nähmaschine habe ich nach der Sendung neue Funktionen entdeckt, von denen ich 12 Jahre nicht wusste, dass sie das kann.

"Geschickt eingefädelt" - Detailaufnahmen

Ines´ Maiers Nähplatz.

Was sind Deine Pläne für die Zeit nach der Sendung?

Nach wie vor bleibt Nähen mein Hobby, als Ausgleich zu all den anderen Dingen, Job, Familie, Sport. Weiter nähen werde ich aber ich werde keinen Beruf daraus machen.

 

Gäbe es eine zweite Staffel, was würdest Du den neuen Kandidaten raten?

Ich würde Ihnen raten, sich nicht zu sehr hetzen zu lassen, trotz Zeitdruck das eigene Ding durchziehen und die eigene Kreativität laufen zu lassen, eigene Ideen umzusetzen, sich nicht zu sehr an den anderen zu orientieren. Nicht die Ruhe verlieren und dadurch ungenau werden.

Sich nicht zu sehr an den anderen zu orientieren - aber ein kurzer Blick ist doch erlaubt!

Sich nicht zu sehr an den anderen zu orientieren - aber ein kurzer Blick ist doch erlaubt! Ines Maier und Tobias Milse.

 

Und was wäre Dein Rat an Menschen, die durch die Sendung „infiziert“ mit dem Nähen anfangen wollen?

Da habe ich einen passenden Sportlerspruch: Just do it! Ich würde ihnen raten, eine einfache Näh-Zeitschrift zu kaufen, ein einfaches erstes Projekt auswählen, damit es auch ein Erfolg wird. Damit der Spaß gerade am Anfang groß ist. Später kann man sich auch an kompliziertere Dinge wagen. Definitiv keine High-Tech Maschine kaufen am Anfang sondern erstmal probieren, ob es überhaupt Spaß macht. Dann kann man sich natürlich auch etwas Besseres kaufen.

 

Wo, wie, mit wem wirst Du die Ausstrahlung der Sendung anschauen?

Ich habe schon Angst, dass gar nicht so viele Leute vor unseren Fernseher passen. Alle freuen sich und es wird ein „Public Viewing“ geben bei mir. Familie, Freunde, Kollegen…. Alle schauen mit.

 

Kennt keine Angstgegner beim Nähen.  Ines Maier mit Tobias Milse.

 

 

Welche Stoffe verarbeitest Du am liebsten und was wäre der Stoff Deiner Träume? (ob Material, Muster, Farbe…, welchen Stoff würdest Du Dir wünschen?)

Ich verliebe mich spontan in Stoffe. In besonders tolle Farbkombinationen, Muster, Stoffe mit Struktur. Ich selbst trage überwiegend einfarbige Kleidung fürs Büro. Ich kaufe aber sehr gerne tolle, gemusterte Jerseystoffe, weil ich jetzt meine tolle Overlockmaschine habe und nach der Sendung ganz viel mit Jersey gearbeitet habe. Zusätzlich nähe ich gerne meine Dirndl, weil ich mich da im Mustermix total austoben kann.

Mein Traumstoff fürs nächste Projekt – Céline muss ich da als Vorbild nehmen. Sie hatte so einen tollen Wollmantel, dass ich gesagt habe, sowas will ich auch! Einen richtig tollen Wollstoff mit etwas Struktur drin. Für mich aber nicht in einem Gelb, sondern vielleicht in Bleu, das gut zu meinen blonden Haaren passt.

Wie oft nähst Du?

Etwa jeden zweiten Monat wird ein Projekt fertig. Meine Enkeltochter bekommt an ihrem Geburtstag Ende Oktober ein neues Dirndl, einer meiner Söhne geht wie Katja Schirmer auf Conventions und für ihn soll ich auch bald wieder ein neues Kostüm nähen. Da bin ich immer beschäftigt.

 

Was nähst Du am liebsten und wie beschreibst Du Deinen Stil?

inesmaierdirndlAm liebsten nähe ich für mich selbst zeitlose Dinge wie schmale Röcke, Sommerkleider oder Hosen, weil ich die meiste Zeit im Büro verbringe. Mein Stil liegt zwischen femininer Mode und sportlicher Eleganz. Ich nähe einen großen Teil meiner Garderobe selbst und ziehe es gerne im Büro an.

Als Kontrast dazu nähe ich gerne die Dirndl.

 

Was ist Dein „Angstgegner“ beim Nähen und was war bisher Dein schlimmstes Näh-Missgeschick oder „TFT- Teil für die Tonne“?

Richtige Angstgegner habe ich beim Nähen nicht. Ich arbeite nach dem Motto „wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ und  ich lerne immer gerne dazu, probiere neue Techniken aus, ganz angstfrei.

Was ich nicht so gerne verarbeite sind extrem feine oder seidige Stoffe. Da ist für mich der Aufwand-Nutzen Effekt nicht groß genug, weil ich es auch nicht oft genug trage, das lohnt sich nicht, sich damit abzuquälen. Das TFT gibt es bei mir natürlich auch, megaaufwendig habe ich ein Stretchkleid in Langgröße mit 25 Schnittmusterteilen, teils doppelt gelegt aus einem teuren, asiatischen, glänzendem Blütenmaterial – schrecklich zu verarbeiten. Das schlimmste war, dass der Stoff nicht dehnbar genug war, das es mir am Ende gepasst hätte – trotz Anproben konnte ich es nicht mehr retten, obwohl es wunderschön aussah. Es lag einfach an der falschen Stoffauswahl. Das war die Hölle. Es liegt allerdings im Keller, nicht in der Tonne.

 

Wenn Du ein Teil für einen Promi nähen dürftest, wer wäre es und was würdest Du ihr oder ihm nähen?

Von mir würde sich bestimmt kein Promi etwas nähen lassen, dazu bin ich zu unbekannt. Mein liebster Promi wäre meine Mama, die freut sich ehrlich darüber, meine Sachen zu tragen. Ein stretchiges Kleid für den Winter in gedeckteren Farben, die sie sich selbst ausgesucht hat, das wird mein Projekt für sie.

 

Wenn Du nicht nähst, was machst Du sonst? (Beruflich / andere Hobbies, Lieblingsbeschäftigungen…)

Am wichtigsten sind meine Familie, die Arbeit und der Sport. Dieser Zusammenhalt, ich komme mir immer vor wie die italienische Mama mit der Großfamilie. Es klingelt an der Tür und schwupps, sind wir zehn Leute, da werden auch immer alle satt.

Und der Sport, das brauche ich einfach 3-4 mal in der Woche mindestens. Ich richte mich nach den Jahreszeiten, spiele Badminton, gehe zum Functional Training /Cross fit, natürlich viel joggen, weil mein Freund Triathlet ist, vielleicht wäre das auch mal was für mich, also schwimme ich auch und fahre Rad.

Meine sportliche Einstellung hat mir auch etwas fürs Nähen gebracht! Dieses Nicht-aufgeben, auch wenn etwas schief geht!

 

The more you sweat in practice, the less you bleed in battle! (Je mehr du übst und trainierst, desto weniger blutest Du in der Schlacht)

oder

 Pain is nothing compared to what it feels like to quit  (Kein Schmerz ist so schlimm wie das Gefühl des Aufgebens)

– das sind so meine Leitsprüche egal in welchem Lebensbereich, die passen immer. Aber trotzdem nie den Spaß verlieren. Sonst ist es auch nicht das richtige Hobby, wenn man keinen Spaß dran hat.

Und Shoppen gehen, das mag ich auch gerne!

Gibt es noch etwas, was Du gerne sagen möchtest oder ein Statement zur Sendung Geschickt eingefädelt oder zum Nähen / Kreativität allgemein?

 

Für mich war es eine Megaerfahrung, die auf ewig in meiner Erinnerung bleibt!

Sowas macht man einmal im Leben!

 

Herzlichen Dank für das nette Interview!

 


 

Links zu Ines Maier:

Ines Maier bei VOX.de

Sewing B Ines Fanpage

Pippilotta Dirndl

Ines Maier bei Instagram

Alle Beiträge zur Sendung:

 Geschickt eingefädelt - wer näht am besten? im Swafing Blog

 


 

 

GESCHICKT EINGEFÄDELT – WER NÄHT AM BESTEN?

AB DEM 3. NOVEMBER UM 20:15 UHR BEI VOX!

Das Logo zur Sendung "Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten?".

 


 

Alle Abbildungen (wenn nicht anders beschriftet): © VOX/ANDREAS FRIESE

 

 

 

 

 

Interviewserie: Geschickt eingefädelt-Kandidat Florian Lange

Heute in einer Woche, am Dienstag, dem 3. November wird um 20:15 Uhr die erste Folge des großen Vox-Nähwettbewerbs ausgestrahlt. Im Swafing Blog gab es bereits einen Beitrag über die Geschickt eingefädelt-Kandidaten, in dieser Woche wollen wir nach den großen Juryinterviews mit Guido Maria Kretschmer, Anke Müller und Inge Szoltysik-Sparrer mit den Kandidaten auch die Hauptpersonen der neuen Sendung "Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten?" in Einzelinterviews genauer vorstellen.

Alle acht Kandidaten haben ganz ausführlich unsere vielen Fragen beantwortet! In die Interviews sind auch einige Eurer Fragen eingeflossen.

Heute lest ihr, was Florians Angstgegner beim Nähen ist, welchen Fehler er gleich im Zwölferpack gemacht hat, was er durch die Sendung gelernt hat und wem er gerne eines seiner Petticoatkleider auf den Leib schneidern würde.

 

Oben: Katja Schirmer, Florian Lange, Ines Maier und Tobias Milse.
Unten: Ella Steinmann, Frank Brügers, Céline Voigt und Meike Rensch-Bergner.

 

In anticipation of  Vox network's "Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten" (the German version of the U.K.'s "Sewing Bee"), here on our blog we will introduce the panel of judges and the contestants, so that for the November 3rd premier you will already be in the know! Tune in Tuesday evenings at 7:15 GMT and watch 8 contestants sew their way through the different challenges given by the panel of celebrity judges. We have a little bit of information on the eight creative contestants. We, too, are on pins and needles and can't wait to see who comes out ahead!

For our English-language readers, we have here a condensed translation.  Perhaps you have a way to tune in, as well!  

Information about the contestants • Information about the panel of judges

 

 

Geschickt eingefädelt-Kandidat Florian Lange

Nach Katja Schirmer stellen wir Euch mit Floran Lange heute einen der drei männlichen Hobbyschneider vor, die in "Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten?" miteinander und mit den 5 weiblichen Hobbyschneiderinnen um den ersten Platz und den Aufenthalt in der renommierten Pariser Modeschule um die Wette nähen.

Der 24-jährige Florian Lange kommt aus Brandenburg an der Havel und wollte ursprünglich Restaurantfachmann werden. Später gründete er eine Tanzgruppe. Das Bühnentalent tritt bei einer Schlagerrevue unter anderem als Mireille Mathieu oder Andrea Berg auf und will der Welt beweisen, dass er mehr ist, als nur der Junge aus der Kleinstadt. Florians Petticoatkleider findet ihr online unter seinem Label HerrSchneider.

 

Kandidat Florian Lange

 

Interview mit Florian Lange


 

Wie hast Du von dem Casting erfahren und warum hast Du Dich beworben?

Es war ja im Internet zu lesen, dass Kandidaten für die Show gesucht wurden. Das englische Format "The Great British Sewing Bee" kannte ich noch nicht, habe aber dann etwas recherchiert und war beeindruckt, was für ein tolles Format das ist, das in England ja total gut angekommen ist und immer noch alle begeistert. Wie cool, dass ich eine Chance hatte, an dem deutschen Format teilzunehmen. Diese Chance wollte ich wahrnehmen. Als ich dann zum Casting eingeladen wurde, habe ich bis in die Nacht noch ein Kleid genäht, um das zum Casting mitzubringen und habe an dem Morgen noch verschlafen.  Im Casting habe ich dann wie alle anderen unter Zeitdruck einen Rock genäht und ein Interview gegeben und nach einiger Zeit hat sich die Produktionsfirma gemeldet und gesagt, dass ich dabei bin. Da habe ich mich sehr gefreut.

 

 

Zum Casting sollte man ein selbstgenähtes Teil mitbringen – welches war es bei Dir?

Ein hellblaues Petticoatkleid bis oben hin geschlossen mit Bubikragen und Druckknöpfen. Schlicht und einfach, ich bin ja nicht der Mensch, der viel mit Mustermix macht.

Bei mir steht immer eine klare Linie im Vordergrund. Nicht 1000  Schleifen hier, 1000 Bändchen dort oder so.

 

Das Castingkleid von Florian Lange. Foto: Anton Milagros

 

Wie hast Du Dich auf die Sendung vorbereitet?

Ich habe mich gar nicht groß darauf vorbereitet, sondern habe es einfach auf mich zukommen lassen. Ich habe auch nicht extra dafür geübt. Nur einmal habe ich einen Ärmelschlitz probiert, das war es, mehr habe ich nicht geübt.

 

Wie war es, erstmals vor Kameras und vor den Augen der Jury zu nähen und wie bist Du mit dem Zeitdruck zurechtgekommen?

Bei den ersten Aufgaben war das schon komisch, alle Kameras um mich herum und man wurde ja auch immer mal wieder gefragt, was der nächste Schritt sei und was man plane... Man hat ja beispielsweise nur zwei Stunden, um einen Rock zu nähen und gar nicht so viel Zeit, dazu noch Fragen zu beantworten. Das ist schon eine Streßsituation, mit der ich aber nach und nach immer besser zurechtgekommen bin. Ich hoffe auch, dass der Zuschauer versteht, dass man so unter Zeitdruck gearbeitet hat und dass da auch mal etwas schiefgehen kann. Keiner soll denken, "Wie näht er denn den Rock zusammen!" oder ein schlechtes Bild von mir haben! Man muss sich dabei vor Augen zu führen, in welcher Situation das geschieht.

 Zuhause setzte ich mich ja nicht mit einer Eieruhr hin und wenn sie klingelt, muss ich fertig sein. Da hat man Ruhe, sein Kleidungsstück ordentlich und sorgfältig zu nähen und ist nicht so unter Druck.

 

Konzentriert bei der Arbeit -  Florian Lange

 

Wie ließen sich die Dreharbeiten in Dein Leben (beruflich/privat) integrieren?

Das hat gut geklappt, da hatte ich keine Probleme.

 

Wie war der Umgang mit den anderen Kandidaten? Gibt es einen, unter ihnen, der Dir besonders ans Herz gewachsen ist und wenn ja, wer und wieso?

Konkurrenzverhalten gab es gar nicht, wir haben uns von Anfang an besonders gut verstanden.

Ich bin vor allem mit Ines super klar gekommen, sie war ja fast sowas wie meine Ziehmama in der Zeit.

Was wir zusammen gelacht, gemacht und getan haben, werde ich in meinem Leben nie vergessen. Wir haben auch alle noch Kontakt zueinander! Anfangs hatte ich etwas Angst, dass ich ausgegrenzt oder nicht akzeptiert würde oder dass es diesen Zickenkrieg gibt wie in anderen Shows. Das war aber das komplette Gegenteil, jeder wurde akzeptiert und so angenommen, wie er ist. Ich habe mich sehr wohl gefühlt zwischen den Kandidaten.

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Hinter den Kulissen: Florian mit Jurymitglied Anke Müller und "Ziehmama" Ines Maier in einem seiner Petticoatkleider. Foto: Florian Lange.

 

Wie war der Umgang mit der Jury? Gibt es ein Jurymitglied, dass für Dich besonders wichtig war, wenn ja, wer und wieso?

Mit der Jury sind wir alle sehr gut klargekommen. Am meisten bewundere ich Inge! Sie ist für mich ein richtiges Vorbild, sie kann so sauber und akkurat nähen und auch ihre Kleider in der Show waren fantastisch! Das grüne Kleid, das sie auf der Pressekonferenz anhatte, das war ja auch der Knaller!

Und Guido war halt Guido, wie man ihn aus dem Fernsehen kennt. Freundlich, sehr offen, er kam auch in den Pausen zu uns und hat sich dazugesetzt und es gab keine Berührungsängste!

Er hat mir gesagt, dass ich ein unglaubliches Gespür für Farben, Stoffe und Kombinationen habe und das ist natürlich toll, das von einem Guido Maria Kretschmer zu hören.

Host Guido Maria Kretschmer (l.) und Florian Lange.

 

Gab es ein lustigstes Erlebnis vor oder hinter den Kulissen, wenn ja, welches?

Hinter den Kulissen war es sehr lustig. Wir waren alle geschminkt, ich stand mit Ines da und sie fasste sich auf die Oberlippe und sagte ganz trocken, sie müsse sich noch ihren Damenbart rasieren. Da haben wir uns alle kaputtgelacht! Das wurde dann auch zum geflügelten Wort, immer wenn jemand noch mal von der Maske gecheckt oder abgepudert wurde, kam der Hinweis:

"Damenbart - Check /ok!"

Einmal habe ich ein Petticoat Kleid genäht. Ines hatte in dieser Folge ein Kleid mit Unterrock an und ich brauchte so dringend diesen Unterrock! Da habe ich ihr, während sie gebügelt und abgesteckt hat, diesen Unterrock ausgezogen und ihn unter mein Kleid gesteckt, damit es schöner aussieht! Das war sehr lustig.

 

Wie hast Du Dich durch „Geschickt eingefädelt“ weiterentwickelt?

Ich gehe jetzt manchmal auf ganz anderen Wegen an ein Kleidungsstück heran beim Nähen. Bisher habe ich immer recht viel Stoff verschwendet, weil ich immer wieder neu anfange.

Jetzt denke ich immer schon etwas weiter, um diese Stoffverschwendung zu vermeiden. Von vorneherein überlegen "wie gehe ich was an?" - das hat mir Inge beigebracht.

 

Was sind Deine Pläne für die Zeit nach der Sendung?

Ja, ich habe Pläne! Ich arbeite an meiner neuen Kollektion „Karussell – ein Gang auf den Jahrmarkt“ und werde auch ein Schnittmuster für ein Petticoatkleid herausbringen.

 

Gäbe es eine zweite Staffel, was würdest Du den neuen Kandidaten raten?

Ich würde ihnen raten, einfach das zu machen, was SIE machen wollen. Sich nicht beirren zu lassen, auch wenn die Jury eine andere Meinung hat. Wir waren alle so kreativ! Ich bin der Meinung das ist meins, da steckt meine Handschrift drin und dann ist das so. Dann nehme ich die Kritik zwar an, aber habe meinen eigenen Kopf.

Sich selber treu bleiben und die Ruhe bewahren, das wäre mein Rat.

 

 

Und was wäre Dein Rat an Menschen, die durch die Sendung „infiziert“ mit dem Nähen anfangen wollen?

Einfach machen, nicht so viel nachdenken, so habe ich auch angefangen.

Ich habe mir nicht 1000 Bücher und Zeitschriften gekauft, sondern einfach losgelegt und probiert.

Klar, man verschwendet dabei auch mal Stoff anfangs aber dann kommt etwas Schönes dabei raus.

 

Wo, wie, mit wem wirst Du die Ausstrahlung der Sendung anschauen?

Ich wäre am liebsten bei Inge zuhause und würde sie mit ihr gucken (lacht). Ehrlich gesagt, weiß ich es noch gar nicht. Ich schaue es auf jeden Fall! Vielleicht mit der Familie, meiner Mutter und Schwester.  Es wäre auch toll, eine Folge mit den anderen Kandidaten zu gucken!

 

Welche Stoffe verarbeitest Du am liebsten und was wäre der Stoff Deiner Träume? (ob Material, Muster, Farbe…, welchen Stoff würdest Du Dir wünschen?)

Ich suche oft Stoffe in Farben, die nur schwer zu bekommen sind, gedeckte Pudertöne, die bekommt man nur schwer. Baumwollstoffe, Viscose, Sweatshirtstoffe! Und alles was nicht so rutscht – wenn es sein muss, muss es sein aber ich habe gerne Stoffe mit etwas mehr Stand.

Der Stoff meiner Träume wäre geblümt, aber auch teilweise verpixelt, vielleicht in Blau- oder Grüntönen. Modern aber doch auch "Blumenmuster im Hausfrauenstil“.

Gerne würde ich irgendwann auch mal einen eigenen Stoff entwerfen.

Wie oft nähst Du?

Ich nähe fast täglich an meinen Petticoat-Kleidern.

 

Was nähst Du am liebsten und wie beschreibst Du Deinen Stil?

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Foto: Anton Milagros

Am liebsten nähe ich meine Petticoat-Kleider. Mein Stil ist sehr feminin, die Taille wird betont.

Mein Ziel ist es, mit dem was ich mache die Frau wieder fraulich aussehen zu lassen und nicht mehr in enge Jeans zu quetschen sondern in schöne luftig-lockere Kleider.

Das gefällt mir und macht mir Spaß. Es gibt genügend Leute die das noch oder wieder tragen! Die schätzen und lieben diese Mode. Mich haben die 50er Jahre schon immer fasziniert! Als ich 12 war, habe ich in dem Musical  „Mit Rock´n Roll und Petticoat“ mitgemacht und in diesen Proben die Musik, die Mode und die Requisiten kennengelernt. Das hat mich sehr geprägt. Dann habe ich eine eigene Tanzgruppe aufgemacht und da braucht man natürlich Kostüme. Damals waren diese Kleider noch relativ teuer, daher dachte ich: Das kannst Du auch alleine! Ich habe mich dann rangesetzt und probiert und als kompletter Anfänger einfach drauflosgenäht! Ohne Nahtzugabe und ohne vorzuwaschen, dann sind die ersten Kleider eingelaufen  und die Tänzerinnen haben beim ersten Auftritt damit keine Luft mehr bekommen, das war schon sehr lustig! Dann hat man halt weiter probiert und sich weiterentwickelt! Irgendwann kamen sehr schöne Stücke heraus und dann ist man ja auch sehr stolz, etwas Einzigartiges geschaffen zu haben.

Was ist Dein „Angstgegner“ beim Nähen und was war bisher Dein schlimmstes Näh-Missgeschick oder „TFT- Teil für die Tonne“?

Knopflöcher, das kann ich nicht so gut. Mir graut es vor Knopflöchern, das kann auch meine Maschine nicht so gut. Deswegen nehme ich immer Druckknöpfe.

Mein schlimmstes Näh-Missgeschickt kam gleich im Zwölferpack! Ich wollte 12 Tanzgruppenkleider nähen und hatte beim Vorderteil die Nahtzugabe des Schnittes korrekt angezeichnet, sie aber beim Rückenteil vergessen. Die Rückenteile waren viel zu kurz, was aber erst beim Nähen auffiel. Leider musste ich dann alle 12 Rückenteile neu zuschneiden.

 

Wenn Du ein Teil für einen Promi nähen dürftest, wer wäre es und was würdest Du ihr oder ihm nähen?

Da fällt mir nur eine ein, Enie van de Meiklokjes, die ja einfach diese Mode auch anzieht und sie lebt. Sie trägt ständig solche Petticoatkleider, ihr würde ich gerne ein Kleid schneidern! Irgendwas Pastelliges mit Blumen, da steht sie bestimmt drauf, vielleicht mit Spitze, Bändern und Zackenlitze.

 

Wenn Du nicht nähst, was machst Du sonst? (Beruflich / andere Hobbies, Lieblingsbeschäftigungen…)

Meine Wohnung einrichten. Ich bin von einer 50m² in eine 100m² Wohnung mit Atelier gezogen. Ich habe viele antike Möbel, diese aber nicht im Stil der 50er Jahre sondern eher Jugendstil. Andere Hobbies habe ich nicht – eigentlich nur Nähen oder Umräumen, sonst bin ich relativ langweilig. Ich räume alle 2-3 Wochen um.

Gibt es noch etwas, was Du gerne sagen möchtest oder ein Statement zur Sendung Geschickt eingefädelt oder zum Nähen / Kreativität allgemein?

Die männliche Fraktion soll sich auch ruhig mal eine Nähmaschine kaufen und sich ein paar schöne Pullis nähen!

Keiner soll vorm Nähen Angst haben! Man braucht etwas Geduld, aber definitiv kann JEDER nähen. Also: Jungs, an die Nähmaschinen, näht Euch coole Jogginghosen oder Pullis!

Kandidat Florian Lange

Kandidat Florian Lange: "Jungs, an die Nähmaschinen!"

 

Herzlichen Dank für das nette Interview!

 


 

Links zu Florian Lange:

Florian Lange bei VOX.de

HerrSchneider - Florian Lange Fanpage

Herr Schneider - Petticoatkleider

Florian Lange bei Instagram

Alle Beiträge zur Sendung:

 Geschickt eingefädelt - wer näht am besten? im Swafing Blog

 


 

 

GESCHICKT EINGEFÄDELT – WER NÄHT AM BESTEN?

AB DEM 3. NOVEMBER UM 20:15 UHR BEI VOX!

Das Logo zur Sendung "Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten?".

 


 

Alle Abbildungen (wenn nicht anders beschriftet): © VOX/ANDREAS FRIESE