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Nähsendung

Ab November: 2. Staffel Geschickt eingefädelt – Wer näht am besten?

Das Logo zur Sendung "Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten?".

Das Logo zur Sendung "Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten?".

Viele von Euch haben bei der ersten Staffel von "Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten?" mit den Kandidaten mitgefiebert, beim Finale ihrem Liebling die Daumen gedrückt und die 2. Staffel Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten? herbeigesehnt.

Bald ist es endlich soweit und der Dienstagabend ist wieder fest in der Hand der Hobbyschneider! Freut Euch auf die 2. Staffel Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten?, auf 8 neue Kandidaten und natürlich auf die Jury aus Guido Maria Kretschmer und Inge Szoltysik-Sparrer!

 

2. Staffel Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten? mit Inge Szoltysik-Sparrer und Guido Maria Kretschmer.

Die beiden Juroren Inge Szoltysik-Sparrer und Guido Maria Kretschmer.

 

2. Staffel Geschickt eingefädelt – Wer näht am besten?

Dreh der zweiten Staffel von "Geschickt eingefädelt" im bereits bekannten Näh-Loft mitten in der Modemetropole Berlin.Acht ambitionierte Kandidaten, höchste Präzision, geballte Leidenschaft für Stoffe und die Liebe zum Selbermachen – all das ist der VOX-Nähwettbewerb „Geschickt eingefädelt – Wer näht am besten?“.

In sechs neuen Folgen suchen Guido Maria Kretschmer und Inge Szoltysik-Sparrer, Bundesvorsitzende des Maßschneiderhandwerks, wieder nach Deutschlands bestem Hobbyschneider, der das richtige Auge und das perfekte Gefühl für das Material hat.

 

 

Woche für Woche müssen sich die Kandidaten verschiedensten Aufgaben aus den wichtigsten Bereichen der Schneiderei stellen: Vom Nähen nach Schnittmuster über das Umändern eines bestehenden Kleidungsstücks in ein absolutes Unikat bis hin zur perfekten Maßanfertigung wird von den Hobbyschneidern die höchste Qualität abverlangt.

 

Guido Maria Kretschmer

Guido Maria Kretschmer und Modelle aus dem Vox-Nähwettbewerb.

 

Save the Date: Neue Folgen ab 8. November, 20:15 Uhr!

Ab 8.11. um 20:15 Uhr stellen sich in der 2. Staffel des Näh-Wettbewerbs „Geschickt eingefädelt“ acht Kandidaten noch größeren Herausforderungen, maßlosem Zeitdruck und kreativsten Aufgabenstellungen. Da trifft Verzweiflung direkt auf überschwängliche Euphorie – und Mentor und VOX-Liebling Guido Maria Kretschmer auf Co-Jurorin und Perfektionistin „Pingel-Inge“ Inge Szoltysik-Sparrer.

 

 

Guido Maria Kretschmer, Inge Szoltysik-Sparrer

Guido Maria Kretschmer, Inge Szoltysik-Sparrer

 

Natürlich berichten wir hier im Swafing Blog und auf unserer Facebook Fanpage wieder über den großen Vox-Nähwettbewerb, stellen Euch die neuen Kandidaten vor und verraten Euch bald mehr Wissenswertes über die 2. Staffel von Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten!

 

 Freust Du Dich schon auf die neue Staffel der beliebten Nähsendung auf Vox?

Welche Aufgabe würdest Du den Kandidaten stellen?

 

 


Logo Geschickt eingefädelt: © Foto: VOX

Alle anderen Abbildungen: © VOX/Andreas Friese

Informationen zur zweiten Staffel bei VOX

 

Geschickt eingefädelt – Final-Interviews mit Ella & Céline & Gewinner der Verlosung

eingefädelt-138Geschickt eingefädelt 2015 ist vorbei und wir haben gestern Abend gar keine Lust gehabt, den Fernseher einzuschalten. Wir haben die Sendung gerne verfolgt und freuen uns auf Geschickt eingefädelt 2016!

Auf die Frage, was man mit den Dienstagabenden nun anstellen soll, gibt es natürlich nur eine Antwort:

Nähen, so kreativ wie Anke & so akkurat wie Inge und sich dabei vorstellen, Guido schaue einem über die Schulter!

Vor der großen Verkündung im Finale der Nähsendung auf VOX sagte Guido, dass jeder der drei Talente es verdient hat, im Finale zu sein. Die Entscheidung sei ihm und den beiden Expertinnen schwer gefallen, da alle drei so nah beieinander waren.

Guido sprach später von "einem Wimpernschlag mehr", der Tobias zum Sieger von Geschickt eingefädelt gemacht hat.

Tobias hat verdient gewonnen doch auch die beiden Finalistinnen Ella und Céline haben sich in Eure Herzen genäht! Die beiden Frauen haben für uns eine absolute Vorbildfunktion für alle, die mit dem Nähen anfangen oder ihre Hobbyschneiderkünste auf ein neues Level heben möchten. Dabei sind sie doch auch sehr unterschiedlich:

Die superakkurate Schweizerin Céline plant jeden Schritt genau und arbeitet sehr gerne nach Schnittmustern, die gerne auch schwer sein dürfen. Unfassbar, wie gut sie nach nur 2,5 Jahren bereits näht!

Nähbloggerin Ella steht gemeinsam mit Bloggerkollegin Meike dafür, sich Mode auf die eigene Figur zuzuschneiden, dabei vor allem die Tragbarkeit im Auge zu haben und einfach zu machen, was ihr gefällt!

 

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Geschickt eingefädelt - Final-Interviews

Gerne haben wir Ella und Céline für Euch gesprochen: Wie haben sie das Finale erlebt und was planen sie nach der Sendung?

Lest das und mehr in den Interviews mit den beiden Finalistinnen von Geschickt eingefädelt!

 

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Damit endet unsere Berichterstattung zum großen VOX Nähwettbewerb mit Guido Maria Kretschmer für dieses Jahr - wir freuen uns schon sehr auf die nächste Staffel und hoffen, dass wir in den nächsten Wochen viele neue Hobbyschneider in den Stoffläden da draußen antreffen werden!

Freuen können sich auch die vier Gewinner der finalen Verlosung der signierten Guido Maria Kretschmer Nähbücher und der von der gesamten Jury signierten Pressemappen:

Herzlichen Glückwunsch an Agnes S StoffbergBerlin, an Fräulein Mai, an Tohuwabohu DIY und an Jennifer Brunzlow!

 

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Das Logo zur Sendung "Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten?".

 

 

Abbildungen: © VOX/Andreas Friese

Interviewserie: Geschickt eingefädelt-Kandidatin Meike Rensch-Bergner

Morgen ist es endlich so weit! Haben wir Euch mit unseren Interviews die Wartezeit etwas vertreiben können? Am morgigen Dienstag, dem 3. November wird um 20:15 Uhr die erste der sechs Folgen des großen Vox-Nähwettbewerbs "Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten?" ausgestrahlt. Nach den drei Interviews mit den Juroren Guido Maria Kretschmer, Anke Müller und Inge Szoltysik-Sparrer  haben wir Euch die Kandidaten in ausführlichen Interviews vorgestellt. Sie alle haben uns Fragen zu ihrer Person, ihren Vorlieben und natürlich zu der neuen Sendung beantwortet, vielen Dank dafür! 

Heute lernt ihr im achten und letzten Teil der Interviewserie Nähbloggerin und Bestsellerautorin Meike Rensch-Bergner kennen. In der Nähcommunity ist ihr Nähblog Crafteln.de weithin bekannt. Dabei präsentiert Meike viel mehr als nur das fertige Kleidungsstück: Sie lässt ihre Leser auch an ihren Gedanken und an den Entstehungsprozessen teilhaben. Die Mitorganisatorin des Me Made Mittwoch ermuntert alle Frauen, sich Kleidung selbst zu nähen um nicht nur besser gekleidet zu sein, sondern dadurch auch stärker und selbstbewusster zu werden. Was hat Mary Poppins mit Tränen des Glücks zu tun? Welche Charmeoffensive hat Meike im Casting gestartet? Und was verbindet Meike mit Guido?

Wenn auch ihr unzufrieden mit der Passform gekaufter Kleidung seid und euch gemäß der Devise "Nählust statt Shoppingfrust - Selbernähen macht glücklich!" lieber individuelle Mode auf den eigenen Leib schneidern wollt, werdet ihr große Freude am heutigen Interview haben! Lest unbedingt auch Meikes unterhaltsame Einblicke rund um die Teilname an der Sendung "Geschickt eingefädelt"! im Crafteln-Blog.

 

 

Geschickt eingefädelt-Kandidatin Meike Rensch-Bergner

Meike Rensch-Bergner aus Hamburg ist studierte Kauffrau und Bestsellerautorin des Buches 'Das Uschi-Prinzip'. Die 47jährige Mutter arbeitet als Coach und Autorin sowie nebenher in einem Stoffladen. Wenn sie nicht arbeitet oder näht, träumt sie gerne von schönen Kleidern! Ihr Kleiderschrank enthält bis auf Strümpfe und BHs ausschließlich selbstgenähte Kleidung. Die Freude am Nähen und am Selbstgenähten vermittelt sie in ihrem neuen Nähbuch.

Kandidatin Meike Rensch-Bergner

 

In anticipation of  Vox network's "Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten" (the German version of the U.K.'s "Sewing Bee"), here on our blog we will introduce the panel of judges and the contestants, so that for the November 3rd premier you will already be in the know! Tune in Tuesday evenings at 7:15 GMT and watch 8 contestants sew their way through the different challenges given by the panel of celebrity judges. We have a little bit of information on the eight creative contestants. We, too, are on pins and needles and can't wait to see who comes out ahead!

For our English-language readers, we have here a condensed translation.  Perhaps you have a way to tune in, as well!  

Information about the contestants • Information about the panel of judges

 

Interview mit Meike Rensch-Bergner


 

Wie hast Du von dem Casting erfahren und warum hast Du Dich beworben?

Als ich davon hörte, dass es eine deutsche Variante der tollen englischen Sendung „Sewing Bee“ geben sollte, war ich begeistert. Nach kurzem Zögern, bewarb ich mich, denn nachdem ich erfahren hatte, wie sehr das Nähen meiner eigenen Kleidung mein Leben veränderte, wollte ich gerne auch andern zeigen, wie großartig Nähen ist.

Als Kind schaute ich gerne alte Filme, die meine Stilvorlieben prägten. Ich wollte immer Mary Poppins sein! Doch nirgends konnte ich solche Kleidung kaufen. Als ich ein Praktikum bei einer Modedesignerin machte, gab es diesen einen Moment, als ich einen Mantel, den ich für mich genäht hatte, zum ersten Mal anprobiere und plötzlich die Silhouette der Frau aus meinen Träumen sah. Ich weinte vor Glück! Lest mehr über Meikes Mary Poppins Mantel und ihr Praktikum im Crafteln.de Blog!

 

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Bildquelle: crafteln.de/Meike Rensch-Bergner


Plötzlich war Schluss mit dem Gefühl, nicht gut genug zu sein, nur weil mir das, was es zu Kaufen gibt, nicht passt. Nähen ist die Lösung! Ich definiere selbst, wie ich aussehe und was ich der Welt von mir zeigen möchte.

Wenn ich tolle Kleidung nähe und trage, gibt mir das Kraft, Sicherheit, Stärke und Erfolg und das möchte ich gerne vielen anderen Menschen zeigen - und wo geht das besser, als im Fernsehen!

 

Zum Casting sollte man ein selbstgenähtes Teil mitbringen – welches war es bei Dir?

Zum Casting habe ich mein erstes selbstgenähtes Kostüm mitgebracht, das für mich deshalb einen Meilenstein in meiner Nähkarriere darstellt, weil ich nach dem Nähen das Gefühl hatte, jetzt kann ich mich wirklich für alle Lebenssituationen selbst ausstatten, wenn ich tatsächlich in der Lage bin, sogar so etwas Anspruchsvolles, wie ein Jackett zu nähen.

Als ich die Schneiderpuppe in Größe 38 sah, war mir klar, dass mein Jackett in großer Größe an der dünnen Puppe formlos und hoffnungslos unattraktiv herumschloddern würde. Ich brauchte also einen Plan B. Jetzt musste ich die komplette Charmoffensive starten. Meine innere Stimme sagte mir „stell dich vor das schlapp auf der Puppe hängende Kostüm,drehe eine Pirouette, lass den Petticoat fliegen und strahle - es geht um dich und deine Mission und nicht um die Abnäher!“. Ich drehte mich und wusste „das wollen sie sehen, das passt“ und ich irrte nicht, denn Monate später stand ich tatsächlich vor der Kamera und war Kandidatin bei „Geschickt eingefädelt“.

 

Bildquelle: crafteln.de/Meike Rensch-Bergner
-> Blogbeitrag zum fertigen Kostüm

 

Wie war es, erstmals vor Kameras und vor den Augen der Jury zu nähen und wie bist Du mit dem Zeitdruck zurechtgekommen?

Normalerweise würde ich eine misslungene Naht auftrennen und sorgfältig nochmal nähen, bis es meinen Ansprüchen genügt. Oder wenn ich beim Nähen nicht weiterkomme, würde ich erstmal eine Pause machen - das ging natürlich nicht. Diese Wettbewerbssituation war wirklich außergewöhnlich! Ich habe für mich die Aufgaben so gedeutet, alles dafür zu tun, in der vorgegebenen Zeit die Aufgaben möglichst kreativ und handwerklich gut zu meistern. Diese Haltung machte es uns KandidatInnen möglich, genauso freundlich und hilfsbereit miteinander umgehen, wie es Hobbynäherinnen im echten Leben auch tun.

 

Kandidatin Meike Rensch-Bergner und Jurorin Inge Szoltysik-Sparrer.

 

Wie ließen sich die Dreharbeiten in Dein Leben (beruflich/privat) integrieren?

Es war eine Herausforderung, mein berufliches und privates Leben so zu organisieren, dass ich bei „Geschickt eingefädelt mitmachen konnte. Meine Freundinnen und meine Familie unterstützten mich ganz großartig, weil sie wussten, wie viel es mir bedeutet, meine Mission zu teilen und anderen zu zeigen, wie großartig Nähen ist.

Mein Traum war es, ein Buch über das Glück selbstgemachter Kleidung zu schreiben. Diesen Traum verwirklichen zu wollen, gab mir die Kraft, alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen, um mich vier Wochen auf das verrückte Abenteuer „Geschickt eingefädelt“ einzulassen.

 

Wie war der Umgang mit der Jury? Gibt es ein Jurymitglied, dass für Dich besonders wichtig war, wenn ja, wer und wieso?

Ich fand es großartig, dass die Jurymitglieder genauso nähverrückt sind, wie wir Kandidatinnen, wie meine Nähfreundinnen und ich. In jeder freien Minute sprachen wir leidenschaftlich über das Vergnügen, mit unseren eigenen Händen aus tollem Material, etwas ganz Eigenes zu schaffen.

Besonders toll fand ich den Moment, als wir mit Inge in der Garderobe saßen und sie uns das Rollieren von feinen Materialien zeigte. Ich habe so viel von ihrem Feedback gelernt und immer gedacht, so eine wahnsinnig tolle, gut gekleidete, souveräne und kompetente Klassenfrau ist ein inspirierendes Role Model, das uns Frauen einfach gut tut.

Mit Anke machte es einfach Spaß. Ihr kreativen Outfits finde ich bezaubernd. Wir konnten es immer kaum erwarten, morgens zu sehen, was sie anhat, denn das erlaubte uns Spekulationen darüber, was als nächste Aufgabe dran kommen könnte. Die Art und Weise, wie sie die Aufgabe gelöst hatte, war stets Herausforderung und Inspiration zugleich.

Guido war für mich wie der große Bruder, den ich mir immer gewünscht hatte: er trocknete meine Tränchen und brachte mich wieder zum Lachen. Es war einfach toll zu erleben, dass der berühmte Modedesigner aus dem Fernsehen genauso stoff- und nähverrückt ist, wie wir auch und uns auf Augenhöhe begegnete. Guido und ich teilen die Mission, Menschen vom Kleidernähen zu begeistern - das war gleich klar und deswegen hatten wir schnell einen guten Draht zueinander. Es war eine Freude, mit ihm zu arbeiten.

 

Guido Maria Kretschmer: Wie der große Bruder, den sich Meike immer gewünscht hat.

 

Gab es ein lustigstes Erlebnis vor oder hinter den Kulissen, wenn ja, welches?

Ein lustiges Ereignis? Wir haben dauernd gelacht! Unser Lieblings-Running-Gag war es, Wortspiele mit dem Sendungstitel zu machen.

 

Was sind Deine Pläne für die Zeit nach der Sendung?

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Meikes Nähbuch. Abbildung: Trinity Kreativ

Nach meinem erfolgreichen Buch „Das Uschi-Prinzip“ und der anschließenden Familienphase wollte ich mich neu erfinden. Frauen kennen das, sobald etwas Neues ansteht, braucht es eine neue Frisur. Bei mir war das der Wunsch, endlich meinen „Kopfkleiderschrank“ zu verwirklichen, um auch äußerlich zu der strahlenden Frau zu werden, die ich innerlich bereits geworden war.

Mein neues Buch „Nählust statt Shoppingfrust - Selbernähen macht glücklich“ ist damit eine Weiterentwicklung des „Uschi-Prinzips“.

Wieder gebe ich meinen Leserinnen den kleinen Stups, das Leben selbst in die Hand zu nehmen und es zu ändern, statt zu jammern und auf ein Wunder zu hoffen. Um auch äußerlich zu einer Frau zu werden, die bekommt, was ihr zusteht, ist es sehr hilfreich, die Kleidung zu tragen, die die Frau in unseren Träumen schon lange trägt. Und wenn es diese Kleidung nicht zu kaufen gibt, dann nähen wir sie eben selbst. Wie das geht und was es braucht, um damit endlich loszulegen, verrate ich in meinem neuen Buch.

 

 

Gäbe es eine zweite Staffel, was würdest Du den neuen Kandidaten raten?

Erst einmal würde ich allen Hobbyschneiderinnen dazu raten, über den eigenen Schatten zu springen und sich zu bewerben. Macht euch nicht klein, sondern seid stolz darauf, was ihr mit euren eigenen Händen schaffen könnt. Wir alle können so unterschiedliche Dinge, die es wert sind, gezeigt zu werden. Ich glaube, dass gerade diese Vielfalt an Charakteren und Begabungen so eine Sendung spannend macht.

Seid stolz darauf, was ihr mit euren eigenen Händen schaffen könnt!

 

Und was wäre Dein Rat an Menschen, die durch die Sendung „infiziert“ mit dem Nähen anfangen wollen?

Der beste Rat für diejenigen,die mit dem Nähen liebäugeln, ist: Leg einfach los - Nähen lernt man beim Nähen! Nähen ist wesentlich einfacher zu lernen, als es vielleicht aussieht. Es ist möglich, schon mit ganz einfachen Projekten wunderschöne Erfolgserlebnisse zu zaubern.

Das Tolle an unserem Hobby sind nicht nur die Nähwerke, sondern auch, dass es uns verändert, wenn wir Kleidung tragen, die gut zu uns passt. Es gibt keine Grenzen: auch wenn wir schon gut nähen, könnender wir uns stetig weiterentwickeln, um noch besser, noch schöner, noch passgenauer und noch perfekter zu nähen. Aber die Reise beginnt mit einem ersten Schritt.

Lernt das Nähen Stich für Stich mit einem einfachen Rock aus freundlichem Stoff, z.B. einer bedruckten Baumwolle oder einem anderen gewebtem Stoff, der sich nicht verzieht. Auch wenn es jetzt auf den Winter zu geht: Näht einen ungefütterten Rock und kauft euch dazu einen Unterrock, dann könnt ihr euer erstes selbstgenähtes Kleidungsstück, auf das ihr zu Recht stolz sein könnt, auch über einer Strumpfhosen tragen.

 

Kandidatin Meike Rensch-Bergner

 

Welche Stoffe verarbeitest Du am liebsten und was wäre der Stoff Deiner Träume? (ob Material, Muster, Farbe…, welchen Stoff würdest Du Dir wünschen?)

Ich nähe und trage gerne strapazierfähige Stoffe, die pflegeleicht und im Alltag universell einsetzbar sind; dabei mag ich gerne große Muster und leuchtende Farben. Wenn ich mir Stoff wünschen würde, dann hätte dieser, neben einem ordentlichen Anteil Elastan, vor allen Dingen eine interessante Oberflächenstruktur und Haptik. Ich würde mir wünschen, dass es ein größeres und innovatives Angebot an Bekleidungsstoffen für die unterschiedlichsten Anlässe aus dem normalen Leben von Frauen gibt, die gleichzeitig in Bioqualität, fair produziert und trotzdem bezahlbar sind.

 

Wie oft nähst Du?

Ich nähe ein bis zweimal in der Woche, aber ich verbringe auch viel Zeit mit meinem Hobby, indem ich meinen Nähblog schreibe, andere Nähblogs lese und von neuen Kleidern, Stoffen und Schnitten träume.

Kandidatin Meike Rensch-Bergner

 

Was nähst Du am liebsten und wie beschreibst Du Deinen Stil?

Das Castingkleid.
Bildquelle: crafteln.de/Meike Rensch-Bergner
-> Blogbeitrag zum fertigen Kostüm

Ich nähe am liebsten Kleider, denn da brauche ich nicht lange zu überlegen, wie ich sie kombiniere, sondern bin mit mit einem Kleidungsstück gut angezogen.

Was ist Dein „Angstgegner“ beim Nähen und was war bisher Dein schlimmstes Näh-Missgeschick oder „TFT- Teil für die Tonne“?

Bisher habe ich jeden Angstgegner früher oder später bezwungen, in dem ich es einfach irgendwann versuchte und Schritt für Schritt einer Anleitung folgte.

 

Wenn Du ein Teil für einen Promi nähen dürftest, wer wäre es und was würdest Du ihr oder ihm nähen?

Ich bin leidenschaftliche Für-Mich-Näherin, denn die Ideen, was ich als nächstes für mich ausprobieren könnte, gehen einfach nicht aus. Insofern reizt mich die Überlegung gar nicht, etwas für jemand zu nähen, den ich nicht liebe - denn wer von mir benäht wird, bekommt Zeit und Hingabe von mir geschenkt.

Das mache ich nur für Menschen, die ich sehr mag!

 

Gibt es noch etwas, was Du gerne sagen möchtest oder ein Statement zur Sendung Geschickt eingefädelt oder zum Nähen / Kreativität allgemein?

Ich bin sehr glücklich, dass Nähen ins deutsche Fernsehen kommt, denn schon lange denke ich, dass „Nähen das neue Kochen“ ist - warum sollte es die Menschen nicht gleichermaßen begeistern daran teilzuhaben, wie etwas mit Nadel und Faden statt Fleisch und Gemüse geschaffen wird?

Für mich ist Nähen viel mehr, als nur Materialien besonders korrekt oder kreativ zusammen zu fügen. Indem wir unsere Kleidung nähen, haben wir die Chance unser Bild von uns zu gestalten. Unsere Kleidung ist das, mit dem wir der Welt begegnen, Kleidung kann Ausdrucksmittel, Schutzhülle oder sogar Rüstung sein. Ist es nicht großartig im Fernsehen zu zeigen, dass wir das selbst machen können? Mit jedem mit den eigenen Händen geschaffenem Werk, werden wir ein Stück stärker und selbstbewusster, denn wir lernen, dass wir dazu in der Lage sind, unsere Welt so zu machen, wie sie uns gefällt. Deswegen lautet mein Motto:

Nähen macht Spaß. Kleidung nähen macht glücklich!

 

Meike Rensch-Bergner: "Nähen macht Spaß. Kleidung nähen macht glücklich!"

 

 

Herzlichen Dank für das nette Interview!

 


 

Links zu Meike Rensch-Bergner:

Meike Rensch-Bergner bei VOX.de

Meike Rensch-Bergners Facebook Fanpage

Meikes Blog Crafteln.de

Crafteln bei Instagram

Crafteln bei Twitter

Meike ist aktives Mitglied des Me Made Mittwochs, einer Plattform, auf der jeden Mittwoch mehr als hundert Frauen ihre selbstgemachte Kleidung zeigen und sich über ihre Erfahrungen beim Nähen  austauschen. Die bunte Vielfalt an Kleidung an Frauen unterschiedlichen Alters und Typs, bietet einen wohltuenden Gegensatz zu den bildbearbeiteten Schönheiten der Frauenmagazine.

Me Made Mittwoch Blog

Alle Beiträge zur Sendung:

 Geschickt eingefädelt - wer näht am besten? im Swafing Blog

 

 


 

 

GESCHICKT EINGEFÄDELT – WER NÄHT AM BESTEN?

AB DEM 3. NOVEMBER UM 20:15 UHR BEI VOX!

Das Logo zur Sendung "Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten?".

 


 

Alle Abbildungen (wenn nicht anders beschriftet): © VOX/ANDREAS FRIESE

 

 

 

 

 

Interviewserie: Geschickt eingefädelt-Kandidatin Céline Voigt

Nur noch zwei mal schlafen, dann kommt endlich das Nähen ins deutsche Fernsehen! Am Dienstag, dem 3. November um 20:15 Uhr könnt ihr die erste von sechs Folgen des großen Vox-Nähwettbewerbs "Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten?" sehen! Nach den drei Jury-Interviews mit Guido Maria Kretschmer, Anke Müller und Inge Szoltysik-Sparrer  stellen wir Euch die 8 Kandidaten vor. Wir haben ihnen allen Fragen zu ihrer Person, ihren Vorlieben und natürlich zu der neuen Sendung gestellt.

Heute lest ihr im siebten und vorletzten Teil der Interviewserie, wann Céline Voigt in ihre eigene kleine Welt abtaucht, welcher Mann sich während der Dreharbeiten in ihr neustes Damenkleid gezwängt hat, welches ihrer Vorhaben die anderen Kandidaten als "total verrückt" bezeichnet haben und wieso sie Schrägbänder hasst.

Célines Traum: einen Kleiderschrank voller selbstgenähter Kleider! Diesen Wunsch hegen neben den Kandidatinnen Céline und Ella auch viele unserer Leserinnen. Was Céline in nur 2,5 Jahren gelernt hat, ist sicherlich außergewöhnlich und beweist: Damenmode selber nähen ist gar nicht so schwer!

 

Oben: Katja Schirmer, Florian Lange, Ines Maier und Tobias Milse.
Unten: Ella Steinmann, Frank Brügers, Céline Voigt und Meike Rensch-Bergner.

 

Geschickt eingefädelt-Kandidatin Céline Voigt

Céline Voigt ist ein echtes Ausnahmetalent. Sie lebt in Zürich und hat erst vor etwa 2,5 Jahren mit dem Nähen begonnen. Dabei hat sich die besonders akkurate Hobbyschneiderin auf schwierige Stoffe wie Seide und Spitze spezialisiert. Die gelernte Kauffrau hat gerade ihr BWL-Studium abgeschlossen. Céline lebt in einer Beziehung und hat viele weitere kreative Hobbies.

 

Kandidatin Céline Voigt

 

In anticipation of  Vox network's "Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten" (the German version of the U.K.'s "Sewing Bee"), here on our blog we will introduce the panel of judges and the contestants, so that for the November 3rd premier you will already be in the know! Tune in Tuesday evenings at 7:15 GMT and watch 8 contestants sew their way through the different challenges given by the panel of celebrity judges. We have a little bit of information on the eight creative contestants. We, too, are on pins and needles and can't wait to see who comes out ahead! For our English-language readers, we have here a condensed translation.  Perhaps you have a way to tune in, as well!   Information about the contestants • Information about the panel of judges

 

Interview mit Céline Voigt


Wie hast Du von dem Casting erfahren und warum hast Du Dich beworben?

Ich zeige meine Werke in einer Online-Nähcommunity. Als ich von der Sendung erfahren habe, habe ich mich einfach beworben und dann hat es sogar geklappt!

Zum Casting sollte man ein selbstgenähtes Teil mitbringen – welches war es bei Dir?

Zum Casting habe ich unter anderem meinen gelben Mantel mitgebracht, den ich sehr gerne trage.

 

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Der gelbe Mantel. Fotos: Céline Voigt

Ich selbst habe zum Casting einen Tellerrock aus Wolle angezogen und eine Bluse dazu – das habe ich dann später auch am ersten Drehtag getragen, weil es mir beim Casting so viel Glück gebracht hat.

Céline liebt Tellerröcke und weitschwingende Kleider. Foto: Céline Voigt

 

Wie hast Du Dich auf die Sendung vorbereitet?

Ich habe einfach viel genäht und geübt. Ich habe einige Kleidungsstücke für mich genäht, nicht nur um des Übens willens, sondern um sie auch anzuziehen. Dabei habe ich nicht auf bestimmte Techniken geachtet sondern darauf, dass es mir gefällt. Mir ist es generell sehr wichtig exakt zu arbeiten. Ich nähe erst seit etwa 2,5 Jahren und muss mir immer mal neue Techniken erarbeiten, ob per Video oder indem ich etwas darüber lese.

Wie war es, erstmals vor Kameras und vor den Augen der Jury zu nähen und wie bist Du mit dem Zeitdruck zurechtgekommen?

Der Zeitdruck war mal so, mal so. Ich habe gemerkt, dass ich in meiner ganz eigenen Welt bin, wenn ich nähe.

Die Kameras und die Menschen um mich herum habe ich nur von Zeit zu Zeit mal wahrgenommen. Das hat mich gar nicht gestört. Ich bin dann einfach glücklich und nähe in meiner eigenen kleinen Welt!

 

Kandidatin Celine Voigt

 

Wie ließen sich die Dreharbeiten in Dein Leben (beruflich/privat) integrieren?

Während der Dreharbeiten habe ich studiert und zusätzlich 35 Stunden die Woche gearbeitet. Mittlerweile habe ich mein Studium abgeschlossen. Da musste ich einiges nacharbeiten, aber mit den Prüfungen hatte das glücklicherweise recht gut gepasst. In meinem Job habe ich während dieser Zeit Urlaub genommen und mein Freund kam mich zwischendrin in Berlin besuchen, dann ging das auch gut. Er hat mich vermisst, während ich weg war, ist aber auch stolz, mich dann im Fernsehen zu sehen.

 

Wie war der Umgang mit den anderen Kandidaten? Gibt es einen, unter ihnen, der Dir besonders ans Herz gewachsen ist und wenn ja, wer und wieso?

Der Umgang war sehr herzlich und freundlich. Es gab kein Gezicke, das hat mir sehr gut gefallen. Wir waren alle so begeistert, endlich jemanden zu haben, mit dem man sich so gut übers Nähen austauschen kann. Die anderen haben ja alles verstanden, was ich übers Nähen gesagt habe! Meine Freunde interessieren sich für mein Hobby, aber kennen natürlich die Fachbegriffe nicht. Da konnte man dann einfach mal nach Herzenslust fachsimpeln und reden. Ans Herz gewachsen sind mir eigentlich alle. Wir sind in der Zeit zu einer kleinen Familie geworden!

 

V.l.: Die Kandidaten Katja Schirmer, Frank Brügers, Céline Voigt, Meike Rensch-Bergner, Florian Lange, Ines Maier, Ella Steinmann und Tobias Milse.

 

Wie war der Umgang mit der Jury? Gibt es ein Jurymitglied, dass für Dich besonders wichtig war, wenn ja, wer und wieso?

Das war Inge, sie ist sehr direkt und sehr ehrlich und nimmt kein Blatt vor den Mund. Trotzdem hat sie das Herz am richtigen Fleck. Sie ist herzlich und hilfsbereit und hat uns gezeigt, wie man Dinge besser machen kann, das war ganz toll. Inge mochte es natürlich, dass ich sehr akkurat arbeite.

Auch mit den anderen Jurymitgliedern bin ich sehr gut ausgekommen. Der Kontakt war auf Augenhöhe und auch in den Pausen gab es keine Trennung zwischen Kandidaten und Juroren. Es war eine kunterbunte Mischung und man konnte sie jederzeit alles fragen.

Der Umgang mit der Jury war toll: Kontakt auf Augenhöhe!

 

Gab es ein lustigstes Erlebnis vor oder hinter den Kulissen, wenn ja, welches?

Da kann ich etwas ganz Tolles erzählen! Wir haben ein tolles Team an Kameraleuten um uns herum gehabt. Sie waren alle sehr nett! Einer der Kameramänner sagte immer, ihm gefiele so gut, was ich nähe! Da sagte ich spontan: Komm, zieh es an! Er hat es dann tatsächlich angezogen, ein Frauenkleid, das war so witzig! Zwar ging das von meiner Zeit ab, aber da stand der Spaß total im Vordergrund. Das war ein besonders lustiger Moment.

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Spaß mit dem Team vor und hinter den Kulissen.

 

Wie hast Du Dich durch „Geschickt eingefädelt“ weiterentwickelt?

Ich habe sicher auf technischem Niveau sehr viel dazugelernt. Aber auch in der Handhabung von Stoffen, Schnitten und Farben bin ich viel mutiger geworden! Ich traue mir mehr zu und versuche einfach mehr, statt alles ganz genau zu planen. Manchmal arbeite ich jetzt einfach drauflos und das finde ich sehr spannend, es ist eine ganz andere Herangehensweise. Das hat mein Spektrum schon erweitert.

Kandidatin Celine Voigt

Ich bin beim Nähen viel mutiger geworden!

 

Was sind Deine Pläne für die Zeit nach der Sendung?

Ich werde sicher mit Leidenschaft weiternähen und daran arbeiten, einen ganzen Kleiderschrank voller selbstgenähter Kleidungsstücke zu haben. (Das ist auch eines von Ellas Zielen!) Ich nähe nicht so gerne Hosen, da ich einfach noch nicht den richtig gut sitzenden Schnitt gefunden habe. Dann ist es immer frustrierend, wenn man so lange daran gesessen hat. Kleider oder Röcke sind da natürlich dankbarer.

Mir würde es auch Freude machen, für andere Menschen zu nähen  oder auch mal einen Nähkurs zu geben. Zudem nähe ich seit der Sendung noch mehr von Hand als vorher.

Im Moment bin ich gerade an einer Quilt dran, die ich komplett von Hand nähe mit einer stolzen Grösse von 200 cm x 210 cm.  Einige andere Kandidaten haben es als „total verrückt“ bezeichnet, aber mir macht es Freude und nach einem langen Arbeitstag ist es genau das richtige um abzuschalten.

 

Gäbe es eine zweite Staffel, was würdest Du den neuen Kandidaten raten?

Einfach die Zeit genießen und Spaß haben. Die Erfahrung bleibt und die ist ganz unabhängig von der Platzierung, die man erreicht hat. Man nimmt so viele schöne Erinnerungen und Freundschaften mit nach Hause!

 

Und was wäre Dein Rat an Menschen, die durch die Sendung „infiziert“ mit dem Nähen anfangen wollen?

Beginnt mit etwas Einfachem! Foto: Céline Voigt

Beginnt unbedingt mit etwas Einfachem, mit dem man schnell ein Erfolgserlebnis hat und nicht gleich frustriert ist.

Vielleicht ein schönes Kissen, eine Decke oder auch einfache Rockmodelle.

Wir haben in der Schweiz in der 4. oder  6. Klasse Handarbeitsunterricht, das ist bei uns ein Pflichtfach. Da habe ich schon ein bisschen die Nähmaschine kennengelernt aber das waren natürlich nur ganz einfache Dinge.

Vor 2,5 Jahren bekam ich eine Nähzeitschrift mit Schnittmustern in die Hand und von dem Moment an war es um mich geschehen. Ich habe erst leichtere Modelle genäht und mich an immer schwierigere Dinge herangewagt.

 

Wo, wie, mit wem wirst Du die Ausstrahlung der Sendung anschauen?

Mit Freunden, Familie und Kollegen plane ich ein kleines Public Viewing. Vermutlich werde ich einen Raum mieten, damit wir alle Platz finden!

Welche Stoffe verarbeitest Du am liebsten und was wäre der Stoff Deiner Träume? (ob Material, Muster, Farbe…, welchen Stoff würdest Du Dir wünschen?)

Ich bin immer auf der Suche nach dünnen, schönen Wollstoffen in knalligen Farben wie leuchtendem Rot. Das wäre ein Traum von mir daraus ein schönes Kleid zu nähen. Wollstoffe sind ja meist in Naturtönen gehalten, daher ist es schwer, so etwas zu finden. Ich verarbeite sehr gerne Wolle und Baumwolle, aber auch Seide mag ich sehr!  Seide ist natürlich schwieriger zu verarbeiten, daher nehme ich mir dafür besonders viel Zeit, damit ich vorsichtig und behutsam an das Projekt herangehen kann. Dann geht auch die Verarbeitung gut von der Hand.

Wie oft nähst Du?

Mehrmals pro Woche, an zwei, drei Abenden etwa.

 

Was nähst Du am liebsten und wie beschreibst Du Deinen Stil?

Ich nähe vorwiegend für mich selbst, da ich das Ziel habe, einen Kleiderschrank voller selbstgenähter Kleidung zu haben, muss ich alles können. Kleider, Jacken, Shirts, Pullover, alles. Kleider, Röcke und Mäntel sind aber meine Favoriten. Mein Stil ist eher klassisch mit einem kleinen Vintage-Touch.

 

Was ist Dein „Angstgegner“ beim Nähen und was war bisher Dein schlimmstes Näh-Missgeschick oder „TFT- Teil für die Tonne“?

Ich hasse es, Schrägbänder anzunähen! Entweder steht es ab oder liegt einfach nicht schön an, das ist einfach nicht meins. Ich arbeite daher lieber mit Belegen, das kommt bei mir einfach schöner heraus.

Mein Teil für die Tonne, das war mal eine Hose, an der ich mich versucht habe! Der Schnitt war einfach vorne und hinten nichts und nach drei Stunden anpassen, hatte ich keine Geduld mehr und sie ist wirklich in der Tonne gelandet. Aber solche Erfahrungen gehören zum Nähen auch mal dazu! Davon sollte man sich nicht entmutigen lassen.

Wenn Du ein Teil für einen Promi nähen dürftest, wer wäre es und was würdest Du ihr oder ihm nähen?

Ich würde lieber für einen Menschen nähen, den ich persönlich kenne und der meine Arbeit zu schätzen weiß. Denn es ist steckt sehr viel Arbeit dahinter! Ich würde für meine Mama nähen, das fände ich viel schöner. Ich sehe es dann auch öfter, das gefällt mir. Vielleicht ein Kleid oder einen schönen Mantel.

Wenn Du nicht nähst, was machst Du sonst? (Beruflich / andere Hobbies, Lieblingsbeschäftigungen…)

Tagsüber arbeite ich als Webconsultant und erstelle Webseiten für Unternehmen.

Das Nähen steht an erster Stelle aber es gibt viele andere kreative Hobbies! Fotos: Céline Voigt.

 

In meiner Freizeit betätige ich mich sehr gerne kreativ. Seien es Teelichter oder Tische aus Mosaik gestalten, Schmuck selber kreieren, ich koche und backe auch sehr gerne!

 

 

Außerdem tanze ich in meiner  Freizeit gerne Tango, manchmal auch in selbstgenähter Kleidung. Da kann man so schön schwingende Röcke tragen, das schaut immer so toll aus!

 

Gibt es noch etwas, was Du gerne sagen möchtest oder ein Statement zur Sendung Geschickt eingefädelt oder zum Nähen / Kreativität allgemein?

 

Nähen macht mir solchen Spaß und man kann seiner Fantasie freien Lauf lassen.

Ich glaube, dass es jedem Menschen sehr gut tut, ein solches Hobby für sich zu finden!

Nähen macht mir solchen Spaß und man kann seiner Fantasie freien Lauf lassen!

 

Herzlichen Dank für das nette Interview!

 


 

Links zu Céline Voigt:

Céline Voigt bei VOX.de

Célines Facebook Fanpage

Céline Voigt bei Burdastyle

Alle Beiträge zur Sendung:

 Geschickt eingefädelt - wer näht am besten? im Swafing Blog

 


 

GESCHICKT EINGEFÄDELT – WER NÄHT AM BESTEN?

AB DEM 3. NOVEMBER UM 20:15 UHR BEI VOX!

Das Logo zur Sendung "Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten?".

 


Alle Abbildungen (wenn nicht anders beschriftet): © VOX/ANDREAS FRIESE

Interviewserie: Geschickt eingefädelt-Kandidat Frank Brügers

Es ist Wochenende und der Beginn des großen Vox-Nähwettbewerbs "Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten?"  ist zum Greifen nahe! Am nächsten Dienstag, dem 3. November wird um 20:15 Uhr die allererste der sechs Folgen ausgestrahlt. Nach den Interviews mit den Jurymitgliedern  Guido Maria Kretschmer, Anke Müller und Inge Szoltysik-Sparrer  lernt ihr im Swafing Blog die acht Kandidaten besser kennen. Wer sind sie, welche Vorlieben haben sie und was nähen sie am liebsten?

Heute lest ihr in Teil 6 der Interviewserie, wie Frank erst zum Burgbewohner und dann zum Fan der Tudor-Zeit wurde, wie er durch die Frau seines obersten Chefs auf die englische Sewing Bee aufmerksam wurde und was sein denkwürdigstes Erlebnis während der Dreharbeiten war.

 

Oben: Katja Schirmer, Florian Lange, Ines Maier und Tobias Milse.
Unten: Ella Steinmann, Frank Brügers, Céline Voigt und Meike Rensch-Bergner.

 

Geschickt eingefädelt-Kandidat Frank Brügers

Frank Brügers ist 41 Jahre alt und arbeitet als  Gruppenmanager bei einer Unternehmensberatung. Er lebte lange Zeit in Namibia, wo er vor über 30 Jahren mit dem Nähen begann und seine Mutter einen Stoffladen besaß. Der charmante Single liebt das Tanzen und hat ein Faible für alte Motorräder. Außerdem ist er immer in Bewegung und  arbeitete in der Vergangenheit bereits als Hotelchef und als Imker.

 

Kandidat Frank Brügers

 

In anticipation of  Vox network's "Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten" (the German version of the U.K.'s "Sewing Bee"), here on our blog we will introduce the panel of judges and the contestants, so that for the November 3rd premier you will already be in the know! Tune in Tuesday evenings at 7:15 GMT and watch 8 contestants sew their way through the different challenges given by the panel of celebrity judges. We have a little bit of information on the eight creative contestants. We, too, are on pins and needles and can't wait to see who comes out ahead! For our English-language readers, we have here a condensed translation.  Perhaps you have a way to tune in, as well!   Information about the contestants • Information about the panel of judges

 

Interview mit Frank Brügers


Wie hast Du von dem Casting erfahren und warum hast Du Dich beworben?

Ich arbeite für eine Unternehmensberatung und dort gibt es ab und zu ein sogenanntes Captain' s Dinner, zu dem die obersten Unternehmenschefs kommen, um sich mit den Mitarbeitern auszutauschen. Dabei geht es weniger um die Arbeit, das ist sehr nett. Bei dieser Gelegenheit habe ich mit unserem obersten Chef gesprochen, den ich sehr mag. Es ging bei dem Gespräch um Hobbies und als ich sagte, dass ich nähe, war erstmal der gesamte Raum still, weil sowas in meinem Beruf einfach GAR KEINER tut. Sowas abgefahrenes und dann auch noch ein Mann – das gibt’s sonst nicht.

Er fand das total spannend und sagte, seine Frau schaue immer „The Great British Sewing Bee“ an, das wäre doch auch mal etwas für mich, nach England zu gehen und dort teilzunehmen.

Als ich bei Facebook dann den Castingaufruf für den deutschen Nähwettbewerb sah, habe ich mich natürlich sofort beworben! Am nächsten Tag bekam ich den Anruf und dann nahm alles seinen Lauf.

Erst als ich dann wusste, dass ich bei den Kandidaten mit dabei bin, habe ich es auch meinen obersten Chef erzählt! Er und die gesamte Firma sind nun natürlich total interessiert an „Geschickt eingefädelt“ vor allem die Frau meines Chefs, mit der das alles anfing,  kann es gar nicht erwarten!

 

Zum Casting sollte man ein selbstgenähtes Teil mitbringen – welches war es bei Dir?

Ich nähe gerne sehr abgefahrene Sachen. Besonders interessiert mich Kleidung, die vor mehreren Jahrhunderten getragen wurde. Das Mittelalter war in der Hinsicht relativ langweilig, aber danach kam die Tudorzeit und die reichen Menschen haben wahnsinnig viel Geld, Zeit und Aufwand in die Kleidung gesteckt! Das ist mit nichts vergleichbar, was man heute so kaufen kann. Das sind einfach Meisterstücke! Diese Epochen interessieren mich sehr und das nähe ich gerne. Daher habe ich eines meiner ersten Stücke mitgebracht, an dem ich über eine längere Zeit genäht habe. Ein sehr komplex besticktes Tudor-Teil, das mit Stickereien mit insgesamt über einer halber Million Stichen verziert ist.

Das hat zwar die Stickmaschine gemacht und ich musste es nicht von Hand sticken, aber das war schon viel. Dieses Teil, das schaut man an und denkt einfach: Wow, ein Meisterstück! Das habe ich mit ins Casting genommen!

 

Wie hast Du Dich auf die Sendung vorbereitet?

Ich hatte sehr viel vor, aber am Ende des Tages zu wenig Zeit, das geht mir immer so. Ich wollte mir alle englischen Sendungen anschauen, aber nach einer Folge fehlte mir dann doch die Zeit. Andere Vorbereitungen gab es nicht.

Wie war es, erstmals vor Kameras und vor den Augen der Jury zu nähen und wie bist Du mit dem Zeitdruck zurechtgekommen?

Das war sehr stressig für mich. Eigentlich war es eine tolle Erfahrung. Normal arbeite ich sehr gut unter Stress. Für mich war es aber sehr überraschend, dass diese Art von Stress ganz anders war als der, den ich aus meinem Beruf kenne. Ich bin nicht nur sprichwörtlich ins Schwitzen gekommen, das geht mir sonst nie so! Man näht und auf einmal kommen ganz neue, tolle Ideen – manchmal hat man aber auch gar keine Idee oder es passieren kleine Fehler – das geht mir zuhause nicht so. Das ist bei gelernten Schneidern sicher anders, sie lernen ja, alles superordentlich zu machen und müssen auch relativ schnell und wirtschaftlich arbeiten. Mein Fokus liegt nicht auf der Geschwindigkeit, das war für mich neu.

 

Wie ließen sich die Dreharbeiten in Dein Leben (beruflich/privat) integrieren?

Das war schon schwierig! Mein Jahresurlaub ging dafür drauf, aber ich konnte meine Schwester oft sehen, die in Berlin lebt, das war sehr schön. Ich hatte bei meiner Arbeit ein neues Projekt als Projektleiter angefangen und genau zu den Dreharbeiten kam dieses in eine ganz heiße Phase! Also habe ich abends immer mal deswegen telefoniert und gearbeitet zusätzlich. Meine Projekte haben dadurch keinen Schaden genommen, sie laufen sehr erfolgreich. Auch wenn ich noch nicht so multitaskingfähig bin wie manche Frau, da hat es gut geklappt!

 

Wie war der Umgang mit den anderen Kandidaten? Gibt es einen, unter ihnen, der Dir besonders ans Herz gewachsen ist und wenn ja, wer und wieso?

Für mich war das überraschend, ich dachte, da gäbe es Rivalität. Es gab keine Kämpfe untereinander, obwohl wir sehr unterschiedliche Charaktere sind.

Durch die Liebe zum Nähen hatten wir eine wichtige Gemeinsamkeit. Wenn einer ein Problem oder eine Frage hatte, dann hat man sich schnell geholfen. Mein größter Feind bei den Dreharbeiten war ich selbst. Wenn ich einen Fehler gemacht habe, war egal, was die Jury gesagt hat, ich war mit mir selbst vorher ohnehin schon viel strenger, als es die Jury sein könnte.

Es gab einige, die mir näher waren. Ella und Celine sind mir sehr nahe, wir haben ähnliche Themen und Dinge, die uns interessieren, aber ich kann nicht eine Person besonders hervorheben.

Die gesamte Gruppe war ganz toll, das hat mich anfangs überrascht, wie gut wir uns verstehen.

 

 

Wie war der Umgang mit der Jury? Gibt es ein Jurymitglied, dass für Dich besonders wichtig war, wenn ja, wer und wieso?

Was Inge gesagt hat, war für mich sehr wertvoll! Sie schaut ja vor allem auf die Technik, da ist das Bewerten relativ leicht. Guido und Anke waren ja mehr für die Kreativität zuständig, und die ist etwas schwieriger zu bewerten.

V.l.: Kandidat Frank Brügers mit den Juroren Inge Szoltysik-Sparrer und Anke Müller.

 

Gab es ein lustigstes oder denkwürdiges Erlebnis vor oder hinter den Kulissen, wenn ja, welches?

Sehr denkwürdig war, dass mein Auto in Berlin geklaut wurde – das war gerade abbezahlt und viele meiner Sachen waren darin!

Witzig waren immer unsere Wortspiele rund um das Thema „Geschickt eingefädelt“, wenn man das schnell sagt, kommt jedes Mal etwas anderes heraus.

 

Wie hast Du Dich durch „Geschickt eingefädelt“ weiterentwickelt?

Ich habe sehr viel aus der Zeit mitgenommen. Das Juryfeedback war super, im Bereich Nähen mache ich jetzt vieles anders und habe derzeit einen etwas anderen Fokus. Ich probiere gerade etwas mehr „normale“ Kleider zu machen. Da bin ich selbst ein bisschen wie eine "menschliche Kamera": Ich habe alles in mich aufgesogen und habe so viel „Filmmaterial“ aufgenommen, davon werde ich noch lange zehren und habe viel auszuprobieren. Ich nähe jetzt schon besser und schneller als vorher.

 

Was sind Deine Pläne für die Zeit nach der Sendung?

Ich bin ein Mensch,  der immer sehr viel macht. Ich habe einige Hobbys, die ich verfolge und bei denen ich immer versuche, besser zu werden. Das werde ich auch weiter machen. Meine Pläne haben sich nicht groß verändert, ich bin ohnehin für alles offen, Veränderung ist normal für mich!

 

Gäbe es eine zweite Staffel, was würdest Du den neuen Kandidaten raten? (Außer vielleicht mit dem Zug nach Berlin zu fahren statt mit dem Auto, um auf Nummer sicher zu gehen?)

(lacht) Ich würde ihnen raten, die erste Staffel von „Geschickt eingefädelt“ anzusehen und versuchen, diese Aufgaben in der dort vorgegebenen Zeit zu nähen. Viele können die Aufgaben vielleicht locker nähen, aber es fehlt dann an der letzten halben Stunde Zeit. Das könnte man sicher gut üben.

 

Versucht, die Aufgaben in der vorgegebenen Zeit zu nähen!

 

Und was wäre Dein Rat an Menschen, die durch die Sendung „infiziert“ mit dem Nähen anfangen wollen?

Einfach Kleidungsstücke oder auch andere Dinge nähen, für den Hund oder die Katze, Gardinen oder etwas für Zuhause! Sucht Euch ein Thema, was ihr spannend findet und gebt einfach Gas!  Man sollte keine Angst haben, Nähen ist wie Fahrradfahren! Wenn man es einmal kann, merkt man, wie leicht es eigentlich ist!

Das Nähen selbst ist ganz leicht. Das Schneidern komplizierterer Dinge erfordert dann etwas mehr Erfahrung und ausgefeiltere Techniken. Fangt einfach an, findet Eure Leidenschaft und der Rest kommt von alleine!

Schon bevor meine Mutter ihren Stoffladen in Südafrika hatte, habe ich genäht, eher funktionale Sachen wie ein Rucksack für meinen Hund. Als Kind war ich immer draußen im Busch, so ist das in Afrika: Raus aus der Haustüre und schon ist man in der Savanne. Daher brauchte ich immer Sachen zum Wandern oder für meinen Hund und das habe ich immer selbst genäht!

Ich nähe ja auch heute nicht nur Kleidung, sondern das, was mir gerade einfällt oder ich gebrauchen kann. Vorhänge für ein Himmelbett, schön bestickt oder ich nähe auch Dinge, die ich für andere Hobbies gebrauchen kann… so würde ich daran herangehen.

 

Wo, wie, mit wem wirst Du die Ausstrahlung der Sendung anschauen?

Ich gehe samstags immer zu meiner Schneidermeisterin und nähe dort. Bei ihr habe ich mal einen Kurs gemacht und jetzt gehe ich immer noch gerne zu ihr. Wir werden dort mit ihr und vielen Freunden zusammen ein Public Viewing veranstalten.

 

Welche Stoffe verarbeitest Du am liebsten und was wäre der Stoff Deiner Träume? (ob Material, Muster, Farbe…, welchen Stoff würdest Du Dir wünschen?)

Ich arbeite gerne mit Baumwolle, mit Seide, mit allen Naturstoffen, lieber als mit synthetischen Materialien. Mit Leder habe ich auch schon gearbeitet und dachte, das wäre bestimmt superkomplex, fand es aber eher easy zu verarbeiten. Einen richtigen Traumstoff gibt es nicht.

Ich finde immer Stoffe superspannend, die verschiedene Naturmaterialien miteinander kombiniert sind. Eine normale Baumwollwebware hatte ich mal im Trachtenbereich, wo Stickereien aus Seide eingearbeitet waren, dieser Effekt war so schön, der Stoff ist aber dann auch sehr teuer. Aber so etwas finde ich immer sehr schön. Brokatstoffe finde ich toll, damit arbeite ich gerne. Überhaupt mag ich gerne gemusterte Stoffe.

 

Wie oft nähst Du?

Nach dem Dreh war es erstmal weniger, weil ich vieles andere nacharbeiten musste. Aber typischerweise nähe ich ca. 4 Stunden die Woche. In manchen Phasen betreibe ich das Schneidern sehr intensiv, momentan passiert etwas weniger, nachdem ich mich in den Monaten zuvor fast hauptsächlich mit Nähen beschäftigt habe, stehen erst mal andere Dinge an. Aber auf die vier Stunden komme ich doch meist.

 

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Opulente Stickereien und beste Materialien - Franks Epochenkleider sind wahre Meisterwerke!

 

Was nähst Du am liebsten und wie beschreibst Du Deinen Stil?

Mein Stil  - am meisten liebe ich die Tudorzeit, das viktorianische Zeitalter war dann wieder zu überladen. Tudor ist schick, aber auch noch modern und nicht zu komplex. Manche Stilelemente dieser Zeit fließen auch wieder in die heutige Mode mit ein.

Ich mag gerne alle Epochenkleider, nicht nur Tudor, auch Tracht, alles, was nicht normal im Alltag getragen wird.

 

Wie kamst Du zum Tudorstil?

Nach einer Trennung von meiner damaligen Freundin war ich alleine und dann ist mir immer extrem langweilig. Zu dem Zeitpunkt fragte mich ein Kumpel, ob wir nicht eine Männer-WG aufmachen wollten. Ich dachte mir, „Och, der Markus ist so schlampig, ob die Idee so gut ist?„ (lacht)

 

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Auf Burg Reichenstein wurde Frank zum Liebhaber von Epochenkleidung.
Abbildung:  Wikimedia Commons © MFSG

Nachdem wir einige Wohnungen besichtigt hatten, kam Markus mit einer ungewöhnlichen Wohnung an, die er mir zeigen wollte! Wir fuhren an den Rhein, nach Trechtingshausen bei Bingen und näherten uns der Burg Reichenstein. „Markus, das ist doch eine Burg!“ Markus kannte den Koch sehr gut und es ging um eine wunderschöne Wohnung in der Burg mit Rheinblick. Markus wusste gar nicht, dass ich so ein Faible für Burgen habe und ich war begeistert, aber das wäre doch bestimmt wahnsinnig teuer! Die Wohnung war unfassbar günstig und immer wenn etwas vom Abendessen im Burgrestaurant übrig war, könnten wir noch umsonst die besten Speisen essen! Da war ich sofort dabei und so wurde ich zum Burgbewohner, da hat man sich gefühlt wie ein König!

Für unserer Housewarming-Party haben wir dann eine Party im Stil des 13. Jahrhundert gefeiert. Da natürlich niemand unserer Freunde entsprechende Epochenkleidung hatte, habe ich angefangen, diese zu nähen! Da fing meine Zeit als Schneider an, vorher habe ich aber auch schon viel genäht.

 

Was ist Dein „Angstgegner“ beim Nähen und was war bisher Dein schlimmstes Näh-Missgeschick oder „TFT- Teil für die Tonne“?

Knopflöcher mag ich nicht, da bin ich immer froh, wenn ich sie nicht nähen muss. Ich weiß wie es geht und kann es auch aber das dauert immer ewig. Knopflöcher gehen mit modernen Nähmaschinen ja superschnell und ordentlich aber viel schöner sind sie mit der Hand. Für meinen einen Tudoranzug habe ich die Knopflöcher mit der Hand gearbeitet, das war ein ganzer Tag, den ich für die 9 Knopflöcher gebraucht habe.

In der Tonne ist schon viel gelandet. Ich habe mal ein Hemd aus Seide genäht – 500.000 Stiche Stickerei steckten darin und ich musste es drei Mal machen, erst die dritte Version war dann am Ende gut genug. Einmal lag es am wasserlöslichen Stickvlies, als ich das Teil danach zum Auswaschen in die Waschmaschine gegeben habe, löste sich das Hemd komplett auf. In diesem Hemd steckten über 30 Stunden, und das, wo ich nur ca. 4 Stunden in der Woche nähe. Das war dann die Arbeit mehrerer Wochen.

Oder ich habe mal einen Hochzeitsanzug genäht, beziehungsweise habe ich die Stickerei gemacht, und meine Schneidermeisterin den Anzug.  Wir arbeiteten bis spätnachts, es war eine Wahnsinnsarbeit, alles mit Seide, sehr komplex… und dann wurde ausversehen der Stecker der Stickmaschine gezogen und wir mussten dieses Teil noch mal neu beginnen, das war sehr ärgerlich.

 

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Abbildung: Cheongsam Kleider. 
Quelle: Wikipedia

Wenn Du ein Teil für einen Promi nähen dürftest, wer wäre es und was würdest Du ihr oder ihm nähen?
Ich würde mir eine Frau aussuchen, auf weiblichen Körpern sieht Mode oft noch schöner aus.

Gerne jemand mit einer sehr weiblichen Form, der ich gerne ein traditionelles chinesisches Cheongsam Kleid nähen würde.

Das steht schon lange an. Dazu braucht man eine sehr lange, dünne Person.

Ich habe mal eine asiatische Frau in einem solchen Tanzgewand gesehen, das sah wunderschön aus!

Dieses Einfache, Schlichte, das auch in anderen Epochen wieder herauskommt, das sieht sehr schön und zeitlos aus.

 

Wenn Du nicht nähst, was machst Du sonst? (Beruflich / andere Hobbies, Lieblingsbeschäftigungen…)

Ich tanze sehr gerne – abends oder am Wochenende -  Standard Latein und meine große Liebe gehört dem Tango Argentino. Als Sport mache ich gerne Paintball, draußen rumrennen, das mach mir Spaß. Es ist sehr technisch mit Funkgeräten und allem. Wir machen Woodland Paintball und spielen da richtige Rollenspiele und da spielt auch viel Taktik mit hinein.

Wo ich in zehn Jahren sein werde, weiß ich noch nicht. Ich mache meistens das, was mir Spaß macht. Meine Arbeit macht mir sehr viel Spaß. Ich arbeite in der Unternehmensberatung speziell an Chatsystemen oder eMailsystemen und baue die beim Kunden auf oder finde Cloudlösungen … Da ändert sich die Technologie so schnell, da bleibt man auf Zack und es wird nie langweilig.

Außerdem bin ich in einer Mainzer Kreativgruppe engagiert. In meinem Freundeskreis näht kaum jemand, ich bin da so ein kleiner Einzelgänger. Daher war das ja so schön mit den anderen Kandidaten.

 

Gibt es noch etwas, was Du gerne sagen möchtest oder ein Statement zur Sendung Geschickt eingefädelt oder zum Nähen / Kreativität allgemein?

Kreativität hat keine Grenzen, außer den Menschen selbst. Nur Angst hemmt die Kreativität. Denkt an Euch als Kind, das Angst hatte, vom Fahrrad zu fallen. Wenn man sich erstmal traut, sich darauf zu setzen und die ersten Tritte in die Pedale gemacht hat, dann klappt das auch.

Also habt keine Angst, startet einfach!

Kandidat Frank Brügers

 

Herzlichen Dank für das nette Interview!

 


guido_geschickteingefaedeltGuido Maria Kretschmer über Frank Brügers:

Ich habe auch viel von ihnen (den Kandidaten) gelernt!

Zum Beispiel,  Frank, der in der Sendung oft ins Schwitzen geraten ist war einer, der mir was beigebracht hat. Der hat immer so anarcho genäht und hat die Sachen ganz anders gemacht als wir das alle gelernt haben und ist trotzdem irgendwie ans Ziel gekommen und das ist auch irgendwie eine Kraft gewesen.


 

Links zu Frank Brügers:

Frank Brügers bei VOX.de

Artikel über Frank Brügers bei Inside Avanade

(englischsprachig)

Alle Beiträge zur Sendung:

 Geschickt eingefädelt - wer näht am besten? im Swafing Blog

 


 

GESCHICKT EINGEFÄDELT – WER NÄHT AM BESTEN?

AB DEM 3. NOVEMBER UM 20:15 UHR BEI VOX!

Das Logo zur Sendung "Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten?".


Alle Abbildungen (wenn nicht anders beschriftet): © VOX/ANDREAS FRIESE